Vokalist, Stimmenkünstler, Jodler oder Obertonsänger? Alles mag auf ihn zutreffen und doch will sich der eigenwillige Schweizer
Musiker Christian Zehnder, der schon mit dem unvergleichlichen Duo Stimmhorn die alpine Musik neu
aufmischte, in seiner Vielfalt nicht einordnen lassen. Zwischen neuer alpiner,
zeitgenössischer E-Musik oder dem Musiktheater behauptet er sich schon länger
erfolgreich auf internationalen Bühnen und immer liegt ein Hauch von Schweizer
Bergluft in seinem Gesang. Archaisch, urban und sphärisch klingt das, als
zerzaust da einer die Schweizer Gemeinplätze zwischen Sturm und Föhn,
mit kritischer Fernsicht auf den entrückten Alpenkamm. Seinen nonverbalen
Erzählkosmos verbindet er erstmals auch, wie die Sprachvielfalt seines Landes,
mit Texten in Deutsch und Französisch und definiert damit seine ganz eigene,
neue imaginäre Alpine Musik im Schmelz der Zeit.
Die Hackbretterneuerin Barbara Schirmer, mit der er bereits das Kammerspiel
gländ entwickelte, erweitert das im letzten Jahr erfolgreich gewordene zehnder
kraah trio mit Michael Pfeuti und Thomas Weiss und wird neu zum christian
zehnder quartett.
POETISCH UND VISIONÄR
Der mehrfach preisgekrönte Dichter Jürg Halter (der als Kutti MC in der Schweiz Kultstatus geniesst) versammelt drei der aufregendsten und renommiertesten Schweizer Jazz-Musiker zum magischen Quartett „Schule der Unruhe“ um sich. «Auf der Bühne ist Jürg Halter eine späte Wiedergeburt von Buster Keaton, der perfekte Anti-Entertainer» schrieb das «Magazin» einmal. Ausgehend von Halters hochpoetischen Texten, entwickeln die vier Ausnahme-Künstler
zusammen eine ganz eigene Vision von Musik zwischen groovendem Jazz, Spoken-Word-Songs und Free Folk.
Julian Sartorius ist zur Zeit einer der gefragtesten jungen Schlagzeuger der Schweiz, u.a. ist er als Mitglied der Band von Sophie Hunger in ganz Europa unterwegs. Vera Kappeler gilt für viele, nicht zuletzt für die Grande Dame des Pianos, Irene Schweizer, als eine der talentiertesten jungen Schweizer Pianistinnen.
Der Gitarrist Philipp Schaufelberger konzertierte u.a. mit den Bands von Pierre Favre, Lucas Niggli und Harald Haerter. Er hat auf dem renommierten Label ECM veröffentlicht und gilt als einer der besten Gitarristen der Schweiz.
"Die Jury des WDR Jazzpreises hat getagt – und ihre Entscheidung
getroffen,
wer in diesem Jahr in den Rubriken „Jazz Improvisation“ und „Jazz
Komposition“ gewinnen wird. Über ein Preisgeld in Höhe von jeweils
10.000 Euro dürfen sich 2010 der Trompeter Frederik Köster und der
Pianist und Komponist Stefan Schultze freuen. Zeichnet sich Köster auf seinem
Instrument mit melodisch-raffinierten Linien ebenso aus wie mit kraftvollem High-Note-Spiel,
so schreibt Schultze für kleine und große Ensemble Stücke, die
in der Tradition der swingenden Musik aus den USA verwurzelt sind, aber ihre
harmonische und melodische Komplexität aus der Improvisationsmusik europäischer
Prägung beziehen. Einmalig zusammengelegt werden in diesem Jahr die Kategorien „Ehrenpreis“ und „Jazz
Nachwuchs“. Für seine nachhaltige jazzpädagogische Arbeit wird
posthum der am 27. März gestorbene Peter Herbolzheimer ausgezeichnet, der
fast 20 Jahre lang das BundesJazzOrchester (BuJazzO) leitete. Die WDR Big Band
wiederum übernimmt in der Kategorie „Jazz Nachwuchs“ für
ein Jahr eine Patenschaft für das BuJazzO, das Herbolzheimer 1987 gegründet
hat. Preisverleihung und Preisträgerkonzerte finden am 29. Oktober im Kölner
WDR Funkhaus im Rahme des Festivals WDR 3 jazz.cologne statt."
www.jazzthing.de/news/, 02.09.2010
"Neues Protestlied"-Video-Clip: Eine Art Schweizer Version von "Falling Down"?
Am 10. September erscheint la bombe, das Debüt-Album
der Schule der Unruhe, der neuen Band von Dichter und Spoken-Word-Poet Jürg
Halter, auch bekannt als Mundart-Rapper Kutti MC. Für das Video-Clip zum
Song Neues Protestlied konnte ein Traumpaar des Schweizer Films verpflichtet
werden. Regisseurin Bettina Oberli (Tannöd, Die Herbstzeitlosen) und Star-Schauspielerin
Stephanie Glaser arbeiteten nach ihrem Grosserfolg "Die Herbstzeitlosen" erstmals
wieder zusammen. Unter der Regie von Bettina Oberli bewegen sich Stephanie Glaser
und Jürg Halter übers Tanzparkett. "Neues Protestlied" setzt
sich nicht zuletzt mit der Ohnmacht der Konsumgesellschaft auseinander. Der "Tages-Anzeiger" schreibt: "So
eindringlich und unkonventionell wie die Musik, ist auch der Videoclip zum «Neuen
Protestlied». (...) Drei Generationen, denen es ausgehängt hat? Die
genug haben vom Strampeln im Hamsterrad der kapitalistischen Gesellschaft? Eine
Art Schweizer Version von «Falling Down »? Wahrscheinlich. Vielleicht.
Doch einfache Antworten oder plakative Slogans lernt man in der Schule der Unruhe
nicht. Das ist das beunruhigend Anregende daran."
Christian Zehnders "Wat Ju No" von der CD Kraah ist Teil der Filmmusik
von Dani Levys neuem Film - "Das Leben ist zu lang" , der Score ist
wurde komponiert von Niki Reiser.
Kinostart ist am 26. August 2010
Kürzlich gewann David Helbock den Publikumspreis und den 2. Preis der Jury
beeom Bösendörfer Jazzpiano-Solo Wettbewerb in Montreux. Hier sind einige Ausschnitte
aus seinem Programm.
"In Zeiten wie diesen kann man öffentlichen Entscheidungen in Sachen
Kultur
nur selten zustimmen. Kürzungen auf der einen Seite, Massenhysterie auf
der anderen. Den SWR-Jazzpreis, der gerade zum 30. Mal verliehen wurde, muss
und kann man dagegen doppelt bejubeln. Nicht nur, dass der renommierte Preis
tatsächlich einen der besten Musiker der Szene trifft. Der Preisträger
ist auch noch Schlagzeuger,
gehört also zu jener Instrumentalistengruppe, die eher selten im Rampenlicht
wahrgenommen wird. Dazu kann die Vergabe des Preises an Eric Schaefer gewissermaßen
auch als strukturelle Förderung einer ganzen Szene verstanden werden - denn
wo spielt der Trommler nicht überall mit: bei zwei Klaviertrios - Carsten
Daerr und [em]; beim Avantgarde-Trio (Schaefer) Johnny La Mararna; beim Arne
Jansen Trio; bei Das Rosa Rauschen und Nickendes Perlgras, in Chris Dahlgrens
Lexicon-Ensemble, bei Michael Thiekes Unununikum; im Duo mit der Pianistin Ulrike
Haage, solo als Phlegma Phighter, mit dem Quintett
Demontage. Und Schaefer komponiert Kammerrnusik für sein Ensemble Henosis
- die erste CD dieses Projektes, schon 2006 aufgenommen, ist gerade erschienen
und überaus hörenswert. ... " weiterlesen im Jazzthetik 7/2010
Patty Moon haben für den Kinofilm "In der Welt habt ihr Angst" von
Hans W. Geißendörfer die Musik geschrieben. Zwei Titel aus der Filmmusik
sind exklusiv schon auf der website www.geissendoerfer-film.de zu
hören.
Der Film wird, ebenso wie das neue Album von Patty Moon Anfang 2011 erscheinen.
Nach Ausstrahlung der letzten Folge der Lindenstrasse gab es zahlreiche
Anfragen nach der Musik, das "Herzschmerzlied" war "Humming"
von Patty Moon's Album "Clouds Inside"
Der zweite Song der "Lieblingsband" war "Straight Alone" Patty Moon's Album "Lost
In Your Head"
Hardcore-Punk + Jazz + Kammermusik = Eric Schaefer
In der Jugend trommelte Eric Schaefer im Bundesjugend-Orchester und trat parallel
dazu mit seiner Hardcore-Punk-Band auf. Heute spielt er Kammermusik, Rock
und experimentellen Jazz. Im ARD.de-Interview erklärt der SWR-Jazzpreisträger,
weshalb er sich nicht auf eine musikalische Stilrichtung festlegen will. ... read more - http://www.ard.de/kultur/musik/klassik-jazz/ericschaeferjazz/
"Eric Schaefers Kammermusik-CD "Henosis"
Nichts weniger ist er als der derzeit einflussreichste Schlagzeuger der jüngeren
deutsche Jazz-Szene; Und unbedingt beispielhaft ist er auch für die grundsätzliche
Offenheit unterschiedlichsten Stilen und Stimmungen gegenüber, auch wenn
sie vorderhand so gar nichts mit Jazz im engeren Sinne zu tun zu haben scheinen
- Eric Schaefer, der zunächst in Köln lernte und die großen Schritte
voran dann in der jungen Berliner Jazz-Szene der Nachwendezeit unternommen hat,
kam zwar vom Punk her und vom Rock, saß dann aber mit der Zeit immer mehr
Jazz-Musikern zur Seite. Mit Michael Wollny und Eva Kruse gründete er das
höchst erfolgreiche Trio mit dem kryptischen Räusper-Namen "em",
mit dem finnischen Gitarristen kreierte er "Johnny La Marama", der
Gitarrist Arne Jansen setzt auf ihn, und im Trio des Pianisten Carsten Daerr
war Schaefer mit dessen jüngster Produktion "Wide Angle" vor wenigen
Wochen gerade auf der "CD der Woche" bei "Playjazz" zu hören.
Nun folgt das neue Projekt unter eigenem Namen: "Henosis", wiederum
bei Traumton in Berlin erschienen.
StarkerTobak
Hier ist alles wieder mal ganz anders: Und für die Liebhaber von Jazz-Standards
ist diese Musik sicher starker Tobak. Viel eher ist sie im Bereich neuer sogenannter
E-Musik anzusiedeln; nicht umsonst ressortiert Schaefers neue CD unter Klassik
oder New Classic im CD-Laden. Schon die Besetzung des Kammermusik-Ensembles unter
Schaefers Leitung weist unüberseh- und dann auch -hörbar in diese Richtung:
Streichquartett inklusive. Aus Schaefers diversen Jazz-Kombinationen kommen die übrigen
Musiker, auch Freund Daerr ist wieder mit dabei und alle gemeinsam entwerfen
Sounds, die weithin ohne klare Motiv-Strukturen auskommen, die überwiegend
notiert sind für die Streicher und überwiegend offen bleiben für
die übrigen Solisten; die auf ungewohnt engem Raum, oft in nicht einmal
drei Minuten, von schnell aufscheinenden und ebenso schnell wieder verwehenden
Stimmungen berichten. Schicht um Schicht fügen sich die kompositorischen
Konstrukte über-, neben-, unter- oder auch durcheinander, alles strebt ständig
auseinander und bleibt doch immer eng zusammen. Die Dynamik des jazztypischen
Swing verflüchtigt sich zu Gunsten freier Strukturen im Auf- und Abschwellen
von Tempo und Timing. Freiheit herrscht, doch zugleich wirkt nichts wie dem Zufall überlassen.
Eine Herausforderung
Jedes der 13 Stücke markiert eine in sich geschlossene Form, ein stimmiges
Format - als Konzertmusik im besten Sinne, nie und nimmer nutzbar für das
Nebenbei selbst der avanciertesten Unterhaltung. Diese Herausforderung soll "CD
der Woche" sein bei "Playjazz" - kurz bevor Eric Schaefer am Wochenende
dann in Mainz mit dem renommierten Jazzpreis des Südwestrundfunks ausgezeichnet
wird."
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