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   Strom & Wasser: Farbengeil: Pressestimmen

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VÖ: 16.11.2007
EAN/UPC: 705304451120
Traumton CD: 4511


Presse

  • Strom & Wasser - Farbengeil
    "Farbengeil" ist das bereits vierte Album von Strom & Wasser rund um Sänger Heinz Ratz, und weiterhin lebt die Band ihr Motto "Willst du ein bisschen spannender leben dann musst du Strom ins Wasser geben" aus.
    Heinz Ratz, Sänger und Komponist der Band Strom & Wasser, ist ständig in Bewegung. Mit Mitte dreißig ist er bereits 47 mal umgezogen, wohnte in Peru, Argentinien, Spanien, Saudi-Arabien und Schottland, lebte als Totalverweigerer und Obdachloser, flog aus allen sechzehn Schulen, Heimen und Internaten, und brach die Schauspielschule ab, um seinen eigenen Weg zu gehen. Anfang des Jahres 2008 startete er seinen "Lauf gegen die Kälte" gegen den Sozialabbau in Deutschland, "die", wie Ratz erklärt, "immer härtere Gangart, die in unserer geldorientierten Gesellschaft herrscht und ein wachsendes Gefälle zwischen Arm und Reich bewirkt."
    Keine leichte Kost, aber die Sorgen sind wir los
    Ein Album, das der Band den Preis der deutschen Schallplattenkritik (Bestenliste 1-2008) bescherte sowie im Jänner 2008 den Titel "Album des Monats" in der Liederbestenliste Deutschland bescherte. Dort ist das "Lied von der schlafenden Armut" seitdem auch auf den vorderen Rängen zu finden. Konstantin Wecker bejubelt ebenfalls die Band, und schrieb in der Musikzeitschrift Folker!: "Ich glaube, er ist ein verzweifelt Hoffender, der sich ins Absurde rettet, der noch grinst, wenn ihm das Wasser bis zum Hals steht, weil ihm da die besten Verse einfallen. Und er wäre nicht so kämpferisch, wenn er nicht voller Hoffnung wäre auf eine gerechtere Welt, er würde sich nicht so einmischen, wenn ihm der Zustand unserer Gesellschaft egal wäre, auch und gerade weil er das ohne Zeigefinger macht." Und, so Wecker abschließend: "Seit ich ihn entdeckt habe, mach’ ich mir keine allzu großen Sorgen mehr um die Zunft der deutschsprachigen Liedermacher." Aber Vorsicht: Leicht öffnet sich die Band nicht, man braucht schon etwas Geduld, um Gefallen an den Liedern zu finden. Die gewöhnungsbedürftigen Elemente resultieren sicherlich daraus, dass Strom & Wasser, ähnlich wie Tom Waits, mit konventionellen Instrumenten sehr ungewöhnliche Wege beschreitet und, wie der amerikanische Sänger, ihre ureigenste Musikvision umsetzen. Zudem ist die Gesangsstimme von Heinz Ratz ein Spiegel in die Abgründe und in die Kanalisationen, die große Lyrik, und jetzt muss man Brecht erwähnen, ausspeit, ohne Lehrer sein zu wollen, sondern sich vielmehr, mitunter maskiert, aus der Vogelperspektive beobachtet und urteilt.
    Am Steuer stehen Blinde
    17 Lieder packt Heinz Ratz auf "Farbengeil", darunter mit "Die große Mondpolka" den besten Tom Waits-Song seit etlichen Jahren. Ratz und der Mond tauschen dabei deren Identität, "Er gab mir seine Krawatte/Er gab mir sein silbriges Licht/Ich gab ihm den menschlichen Körper/und mein zerbeultes Gesicht." Ganz groß auch das bereits erwähnte "Lied von der schlafenden Armut" mit einer Textkraft und Wucht, wie man sie in deutschen Landen in dieser Form schon lange nicht mehr gehört hat. Stark und kraftvoll dabei auch stets die Musik, die, befreit von allen modischen Zwängen, mit dem Grundgerüst Bass und Schlagzeug plus mit wechselnden Instrumenten wie Cembalo, Marimba, Klavier, Gitarre, Flöte in die Tiefen von Folk, Rock, Punk, Urschrei und Balladen abtauchen. Mein Lieblingslied, neben der Mondpolka, ist das Lied "Kreuzfahrt ins Nichts", eine thematische Annäherung an "Blinder Passagier" von Rio Reiser. Ratz bettet hier ungemein gekonnt Versatzstücke von "Wot (I Say Captain)" – dem einzigen Hit von Captain Sensible – ein und liefert darüber hinaus mit der Textzeile "Im Meer der Außenpolitik/im Meer der Innenpolitik/toben fürchterliche Winde/Und am Steuer stehen Blinde!" wohl den Vers des Jahres ab.
    Das zärtliche krepiert
    Zwei weitere Höhepunkte befinden sich am Beginn des Albums. Im Einstiegslied "Fütter Deinen Teufel", gewürzt mit dem Engelsgesang von Maria Schneider und dem verführerischen Bratsche-Spiel von Kay Braun, jagt Ratz hier im Zwiegespräch/-gesang, bzw. Word-Rap durch die deutschen Städte und liefert Head-Lines für u. a. Whisky, Partys, Pornos und Drogen. Ein Knaller und Knüller gleichermaßen auch das darauf folgende "Das Märchen von Mr. Calamachi" über Porno-Rap und Bushido: "Und Bushido singt von Fotzen/und Bushido singt von Krieg/und die Plattenfirmen feiern einen leicht errungnen Sieg/[…]/Und man feiert die Verachtung/die in seinen Texten steckt/[…]/Und natürlich ist er dämlich/und nur künstlich produziert/aber trotzdem trägt er dazu bei/dass Zärtliches krepiert". Strom & Wasser ist nur selten versöhnlich, diese wenigen Momente sind dafür umso genussvoller, so wie in "Das kleine Chaos", einem leisen Aufruf zu mehr Mut im Leben, und vor allem wie im letzten Lied des Albums, "Das ganz große Wort", einem Liebeslied voller Sehnsucht und Sanftheit. Ein großer, farbengeiler, Wurf einer großen Band. (Manfred Horak)
    Musik: @@@@@
    Klang: @@@@
    www.kulturwoche.at

  • "Liedermacher mit Begleitband – Gesellschaftskritik, sprachmächtig und furios
    Der explizit Schwächen benennende politische Liedermacher war eine Modeerscheinung der 1970er Jahre. Die »singenden Sozialarbeiter« starben zwar nicht aus, verloren aber an Bedeutung. Politische Kritik wurde vor allem ein Fall für das von der Comedy zurückgedrängte Kabarett. Ausnahmen, das ist klar, bestätigen die Regel.
    Heinz Ratz ist einer derjenigen, die auch heute noch direkt singen, was sie von der gesellschaftlichen Entwicklung halten, die einen der realen Kriege meinen, wenn sie das Wort Krieg in den Mund nehmen, und die ohne platt und hilflos zu wirken zwischen oben und unten unterscheiden. Die Werbebilder zeigen ihn als Liedermacher mit geschulterter Gitarre. Doch mit seiner versierten Begleitband bietet er viel mehr als folkige Gitarrenbegleitung. Modern ist er damit trotzdem nicht, und modisch schon gar nicht. Die Lieder werden nicht punkig oder unkonventionell dargeboten, sondern auf konventionelle Art originell. Das wirkt besser, wenn sie an die Kleinkunst der Weimarer Republik erinnern und etwas weniger gut, wenn sein betulicher Flötist an Jethro Tull denken lässt – aber das kommt nur recht selten vor." [noi: @@@@]
    schallplattenmann.de, 11.2.2008

  • RedeZeit im WDR 5-Radio zum Mitnehmen
    Moderation Thomas Koch, Studiogast: Heinz Ratz.
    Vor gut einer Woche ist er gestartet, zu einer Konzerttour der besonderen Art. Mit einem "Lauf gegen die Kälte" will Heinz Ratz ein Zeichen setzen : "Gegen den Sozialabbau in Deutschland, die immer härtere Gangart, die in unserer geldorientierten Gesellschaft herrscht und ein wachsendes Gefälle zwischen Arm und Reich bewirkt." >Die "längste Demo der Republik" dauert vom 22.Januar bis zum 22. Februar. Einen Monat lang zieht Heinz Ratz durch 20 Städte von Dortmund bis München. Und zwar zu Fuss! Abends lädt Moderation Thomas Koch, Studiogast: Heinz Ratz. Vor gut einer Woche ist er gestartet, zu einer Konzerttour der besonderen Art. Mit einem "Lauf gegen die Kälte" will Heinz Ratz ein Zeichen setzen : "Gegen den Sozialabbau in Deutschland, die immer härtere Gangart, die in unserer geldorientierten Gesellschaft herrscht und ein wachsendes Gefälle zwischen Arm und Reich bewirkt." >Die "längste Demo der Republik" dauert vom 22.Januar bis zum 22. Februar. Einen Monat lang zieht Heinz Ratz durch 20 Städte von Dortmund bis München. Und zwar zu Fuss! Abends lädt er ein, zu Konzerten mit seiner Musik und z.T. bekannten Künstlern, die ihn unterstützen. Die Einnahmen dieser Tournee kommen Menschen zu Gute, die auf der Straße leben - so wie Heinz Ratz das selbst ein Jahr lang erlebt hat. © WDR 2008er ein, zu Konzerten mit seiner Musik und z.T. bekannten Künstlern, die ihn unterstützen. Die Einnahmen dieser Tournee kommen Menschen zu Gute, die auf der Straße leben - so wie Heinz Ratz das selbst ein Jahr lang erlebt hat. © WDR 2008
    http://www.podster.de/episode/514159

  • "Als Heinz Ratz & Mitstreiter mit Konstantin Wecker unter dem Motto "Nazis, raus aus unserer Stadt" im Frühjahr 2006 auf Tour durch den Osten gingen, kündigte die NPD in Halberstadt ihre "aktive Teilnahme" am Konzert an. Ergebnis: das Konzert wurde vom Landratsamt verboten, und auch in Hoyerswerda waren die Liederkracher unter diesem Titel nicht erwünscht, Begründung: Bei uns gibt's keine Nazis. Ratz machte weiter, und ist - nach überstandener Krebserkrankung - mit dem neuen Album stärker da denn je. Keiner macht derzeit in diesem Land derart politische Lieder ohne aufgesetzter Gefühlig- und Jammrigkeit, dafür mit unglaublich viel Sprachwitz und direkter Poesie. Das ist vielen Hamburger-Schule-Lads nicht hip und schick genug, Indie ist es schon mal gar nicht, dafür mutig und zeitlos. Ratz zerknackst nach cooler Brecht'scher Manier Bushidos Pornorap, tauscht mit dem Mond die Rollen, schreibt für ein schwerbehindertes Kind und pirscht sich im kratzigen Tom-Waits-Stil an die ganz großen Gefühle ran. Diese Musik spiegelt sich wie der Mond in der Gosse - großartig."
    www.terz.org, 12/2007

  • "Heinz Ratz, die treibende Kraft von Strom & Wasser, gehört zu den bemerkenswertesten Liedermachern des Landes und wird von Konstantin Wecker verehrt. Der in Kiel lebende Radikalpoet schlägt sich mit großer Reimakrobatik und makaberem Wortwitz auf die Seite der ewigen Verlierer. Dazu spielt seine Band eine knallbunte Mixtur aus apokalyptischer Volksmusik, Tango, Polka, akustischem Punk und Jazz." (sn)
    MOPO Hamburg, 22.11.2007

  • „Seit ich Heinz Ratz kenne, mache ich mir keine Sorgen mehr über die Zunft der deutschen Liedermacher!“, sprach Konstantin Wecker unlängst. Und tatsächlich gibt es guten Grund für Hoffnung auf diesem Gebiet. Strom & Wasser, deren Sprachrohr Heinz Ratz man mit Fug und Recht einen Radikalpoeten schimpfen kann, sind die Förderpreisträger der Liederbestenliste 2007 und haben eben die vierte Ausgabe ihres „Skapunkpolkarock“ unter dem Namen „Farbengeil“ veröffentlicht. Nicht nur, dass Heinz Ratz eine Wut in sich trägt, die er in politischen und gar nicht zimperlichen Texten ausdrückt - egal, ob es um behinderte Kinder, um unsere gesättigte Kapitalistengesellschaft oder um seine eigene Krebserkrankung geht –, auch die Band und die Musik ist mit ihrem Akustikrock, Tango, Walzer und Polka so weit entfernt vom Gähnstream unserer Tage, dass man sich gerne auch länger mit dieser Platte beschäftigt.
    www.titel-forum.de, Tina Manske, 22.11.2007

  • Förderpreisträger der Liederbestenliste 2007:
    Strom & Wasser

    Konstantin Wecker schreibt in der aktuellen Ausgabe der Musikzeitschrift Folker! über Heinz Ratz/Strom & Wasser dazu:

    "Ist Heinz Ratz ein „dunkler Dichter“, wie er sich in seinem Gedicht „Der Absturz“ beschreibt, ein stürzender Ikarus, der den Himmel, den er nicht mehr Himmel nennen mag, in Stücke brechen will? Oder zeigt er uns etwas vom Himmel in seiner schaurig-schönen Poesie, am Abgrund aller guten Gründe?
    Ich glaube, er ist ein verzweifelt Hoffender, der sich ins Absurde rettet, der noch grinst, wenn ihm das Wasser bis zum Hals steht, weil ihm da die besten Verse einfallen. Und er wäre nicht so kämpferisch, wenn er nicht voller Hoffnung wäre auf eine gerechtere Welt, er würde sich nicht so einmischen, wenn ihm der Zustand unserer Gesellschaft egal wäre, auch und gerade weil er das ohne Zeigefinger macht. Und wie er sich einmischt! Er singt auch da, wo's wehtut, in Clubs, die jeden Moment damit rechnen müssen, von rechtsradikalen Hohlköpfen aufgemischt zu werden, und er wird auch dann nicht plakativ und polemisch. Bei all seiner Begabung zum zynischen Gestus, ich spüre immer wieder aus seinen Texten, wie er die Menschen liebt, manchmal denk' ich sogar, dass er das nicht nur vor uns, sondern auch vor sich selbst nicht so recht zugeben will.
    Ab und zu mailt er mir neue Gedichte – er scheint aus einer nicht versiegenden Quelle zu schöpfen –, und nie habe ich das Gefühl, dass er sich erschöpft oder wiederholt. Sein einziges Problem als Autor ist: Er kann anscheinend keine schlechten Gedichte schreiben. Selbst, wenn mich ein Thema mal nicht so anspricht, es ist immer eine überraschende Wendung, ein gelungenes Bild dabei, das den Text lesenswert und anrührend macht. Das ist manchmal qualitativ – im positiven Sinne – so meilenwert entfernt von den Werken mancher wohlmeinender Kollegen, dass man sich fragt, ob der Mann nicht von einem anderen Stern kommt. Oder aus einem anderen Jahrhundert. So neu seine musikalische Gestaltung, seine Art aufzutreten ist, so unmodern und zeitlos ist er in seiner Reimkunst. Wer Kästner liebt hat seine helle Freude an Ratz. Der innere Rhythmus seiner Lieder holpert nie, ist stilsicher und schreit regelrecht nach Vertonung. Die steht oft scheinbar im Widerspruch zu den Texten, und das macht die Songs von Strom & Wasser gerade deshalb so eindringlich. Obwohl sich Heinz hemmungslos aller möglichen musikalischen Stile bedient, schafft er es, unverkennbar Ratz zu bleiben. Ist es seine Stimme, die nicht allzu wandelbar ist, aber immer authentisch und manchmal ganz schön unter die Haut geht? Ist es seine ganz und gar unkonventionelle Behandlung des E-Basses, den er eher wie ein Melodieinstrument einsetzt, denn als musikalisches Fundament?
    Die Presse schreibt zu Recht von ihm als einem begnadeten Bühnentalent, vor allem, weil er auch aus einem nicht zu versiegen scheinenden Fundus an Geschichten zu schöpfen vermag, Geschichten, die er nie gleich, aber immer klug formuliert zu erzählen versteht. Die Offenheit, mit der er mit seiner schweren Krankheit umgeht, ist atemberaubend. Kein weinerlicher Ton ist in diesen Erzählungen, fast schon erschrecken sie den Zuhörer durch ihre klare Analyse. Dabei bleibt Heinz Ratz immer poetisch, ohne ein Grundprinzip der Poesie aus den Augen zu verlieren: verschiedene Wirklichkeiten zu verknüpfen und keine gegen die andere auszuspielen, Gegensätze zu provozieren, um sie darauf wieder miteinander auszusöhnen, und bunt und vielfältig zu sein und differenziert, wo die so genannte Realität schwarz-weiß denkt und moralisiert.
    Der österreichische Philosoph Konrad Paul Liessmann schreibt: „Die Kunst ist nicht der Ort, an dem das Außergewöhnliche passiert, sondern an dem das in jeder Hinsicht Unzulängliche Ereignis werden kann.“ Ein Ort also, in dem durch die ästhetische Darstellung etwas aufleuchtet, was die Unzulänglichkeit, die Begrenztheit und die Unvollkommenheit unseres Handelns und Denkens übersteigt. Heinz Ratz ist vielleicht deshalb so ein wichtiger Künstler, weil bei ihm dieses Goethe'sche Unzulängliche zum Ereignis wird. Er macht sich und uns keine große Kunst vor, und ist gerade deshalb ein großer Künstler. Seit ich ihn entdeckt habe, mach' ich mir keine allzu großen Sorgen mehr um die Zunft der deutschsprachigen Liedermacher."
    www.folker.de, 11/2007

  • "Wenn man seine Musik hört, beschleicht einen vieles, vor allem aber das soziale Gewissen. Es müsste viel mehr Lieder geben, die im Wohnzimmer und in der Kneipe funktionieren, ohne die Leute zum doofen Mob zu machen. Heinz Ratz, Sänger, Bassist und Radikalpoet von Strom & Wasser, ist ein reflektierter Widerständler, der den Protest in wohlfeile Worte packt.
    Ungehobelt und provokativ, aber stets mit Bonmots und politischer Standhaftigkeit veredelt. Er bohrt den Zeigefinger brennend in die Wunde, ohne ihn zuvor mahnend erhoben zu haben. Eine gekonnte Gratwanderung.
    In der Pumpe gibt es keine zwei Meinungen. Ein Teil der Zuschauer hat es sich auf dem Boden vor der Bühne gemütlich gemacht. Die friedlich-solidarische Atmosphäre eines Kirchentags weht durch den Saal, im krassen Widerspruch zum Inhalt der Lieder, mit denen die Formation ihr mittlerweile viertes Album Farbengeil veröffentlichte. Auch bei Sven Panne saßen sie schon im Sitzkreis, lauschten den Rockchansons des Hamburgers am Klavier. Ein wenig Sven Regener kommt stimmlich durch, oder auch Rio Reiser, geerdet vom sportlich-agilen Tastendrücken. Kein e Wunden – keine Feuer heißt eines der Lieder, in dem Panne von einer verflossenen Liebe singt, die ihm nicht aus dem Kopf geht. So flüchtet er sich in Träume, denn wenn es nach ihm ginge, heilte die Zeit keine Wunden und löschte keine Feuer. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, und wer mehr davon hören möchte, sollte Anfang nächsten Jahres zum Konzert ins Prinz Willy kommen.
    Strom & Wasser springen anschließend mühelos und ohne jeden Respekt von Walzer zu rasantem Ska-Punk, von Akustikrock zu Tango. Ein stilistisches Mosaik, geknüpft zu einem fliegenden Patchwork-Teppich, mit dem man den alltäglichen Schmu aus luftiger Distanz betrachten könnte. Denn in einer Zeit, in der das reichste Zehntel der Bundesbürger über zwei Drittel des Gesamtvermögens besitzt, müssen sich Typen wie Heinz Ratz engagieren. Im Januar und Februar 2008 wird er konzertierend von Dortmund nach München laufen, um auf die Not der Obdachlosen hinzuweisen. An diesem Abend begleiten ihn Fee Stracke mit flinken Fingern am Piano sowie der noch genialere und verspielte Schlagzeuger Benny Greb. Rhythmen und Tempi sind keine Parameter, an denen sich das Publikum festhalten kann.
    Alles ist im ständigen und abrupten Wechsel begriffen. Anhand der zahlreichen Genres lässt sich die musikalische Bandbreite erahnen, wodurch sich der Sound auch von den drei großen Liedermacher-W's (Widmann, Wecker, Wader) abhebt. Tiefsinnig und mit rauchigem Timbre beklagt Sympathieträger Ratz Das Lied von der Elbe und macht auch keinen Hehl aus seinen Abneigungen, wenn er den CDU-Tango als Anti-Merkel-Hymne tanzt oder Panzerfahrer Jupiter als willfährigen Super-Soldaten entblößt. Aber man ändere ja eh meistens erst etwas, wenn es schon zu spät sei. Denn dafür muss man über den eigenen Schatten springen. Eine schwierige Übung."
    Kieler Nachrichten, 12.11.2007, Henrik Drüner

  • "Mit zwei Jahren ein Sprung in die Jauchegrube, danach sechzehn Schulwechsel und ungefähr doppelt so viele Umzüge. Peru, Saudi-Arabien und Waldshut im Hotzenwald sind die exotischsten Stationen, Karlsruhe eine der gewöhnlicheren –, so gestaltete sich das frühe Leben von Heinz Ratz. Das prägt. Und so ist "Farbengeil" (Traumton Rec.), das neue Album von Ratzens Band Strom & Wasser, noch bunter und wilder als die drei zuvor, dabei radikalpoetisch, wunderbar respektlos und musikalisch wie textlich immer gut zu hören. Um es in eine stilistische Schublade zu packen, ist es allerdings bei allem guten Willen zu sperrig – und dabei doch längst mehr als nur ein Geheimtipp für jeden, dessen Musikgeschmack jenseits des Mainstreams angesiedelt ist." -bes
    INKA, 24.10.2007

 



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