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   Rodach: Seltsam erscheint unsere Lage: Release-Informationen

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VÖ: 28.08.2009
EAN/UPC: 705304451427
Traumton CD: 4514
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Rodach - Seltsam erscheint unsere Lage

Der Gitarrist und Komponist Michael Rodach liebt das Absurde, die Skurrilität des Alltags, die Herausforderung der Improvisation und die Tatsache, dass jedes Ding (ausser seiner Gitarre) zwei Seiten hat. Schaut man genauer auf das Cover seines neuen Albums "Seltsam erschient unsere Lage" erkennt man ein Schlauchboot mit Sonnenschirm, das einsam auf hoher See treibt - fröhlich und bunt und keineswegs verloren - und fragt sich, ob das ein Bild für Verlassenheit oder Aufgehobensein ist. "Das ist das Schöne an solchen Bildern, dass man je nach Befinden so gegenteilige Gefühle hinein interpretieren kann. Wenn ich in der Musik ein Glücksgefühl ausdrücken will, wird das Ergebnis noch stärker, wenn ich eine Portion Wehmut dazu gebe, da in dem vorhandenem Glück auch der mögliche Verlust steckt", sagt Michael Rodach und entscheidet sich bei diesem Bild für das Gefühl von Aufgehobensein.

Er bezeichnet sich selbst als Eigenbrödler und zieht sich jenseits vom Geschnatter und Getwitter des Zeitgeistes gern auf seine eigene, persönliche Insel zurück. "Meine Insel ist eine ganz phantastische. Eine Zauberinsel. Wenn ich mich verloren fühle in den Weiten des Universums, zaubert sie mir einen klaren, überschaubaren, ruhigen Raum. Und wenn ich mich eingeengt fühle, löst sie die Wände eines kleinen Zimmers auf und ich kann weit schauen."

Sieben Jahre sind seit der Veröffentlichung seines letzten Albums "On Air" ("Ein Trip in Psycho-Color." Keyboards 10/02) vergangen. Eine sehr produktive Zeit für Rodach, in der er Musik für zahlreiche Hörspiele und Tanztheater-Produktionen geschrieben und produziert hat. So unter anderem das im Januar 2006 als Hörspiel des Monats ausgezeichntete "Hofmanns Elixier" – von Regine Ahrem und Michael Rodach, das die Geschichte des Chemikers Albert Hofman, Entdecker des LSDs beleuchtet und die Entdeckung der Droge in die geistesgeschichtliche Tradition der Mystik und Ekstase stellt. "Vom Versuch, die Götter milde zu stimmen" - von Andreas Weiser und Michael Rodach - ein Stück über die kleinen, irrationalen Rituale, die gedacht sind, uns über die Tiefen und Untiefen des Alltags zu geleiten und "Das Todsündenprojekt" - (Regie Regine Ahrem), ein Stück über die Hybris und die Geschichte eines mysteriösen Todes. Für die Snappy Dance Company (Boston) schrieb und produzierte er die Musik zu "String Beings", einer Inszenierung von Martha Mason, einer tänzerischen Reflektion über Verstrickungen und Abhängigkeit. Zudem entstand in dieser Zeit auf Anregung von Peter Schulze in seiner Zeit als künstlerischer Leiter des Jazzfests Berlin ein neues Live-Projekt, das Trio mit dem Trompeter Paul Brody und dem Akkordeonisten Alan Bern, das kürzlich das Album "Triophilia" bei der Jazzwerkstatt veröffentlichte. Die Zusammenarbeit mit Alan Bern bezeichnet Rodach als absoluten Glücksfall für sich, beide gemeinsam planen zur Zeit die Produktion einer Bühnenmusik für eine bekannte belgische Tanzkompanie.

Den Titel "Seltsam erscheint unsere Lage", hat Rodach Albert Einsteins Glaubensbekenntnis entlehnt, der 1932 schrieb "Seltsam erscheint unsere Lage auf dieser Erde. Jeder von uns erscheint da unfreiwillig und ungebeten zu kurzem Aufenthalt, ohne zu wissen, warum und wozu...". Rodachs akustisches Paralleluniversum oszilliert, schwingt zwischen Erdenschwere "Shake before using" und schillernder Entrücktheit "Lovely Darkness", mystischer Abgehobenheit "Das Elixir" und geheimisvoller Schwere "Silent Wish", unwirklich, zerbrechlich und uneinholbar.

Seine minimalistisch - introvertierten Klangskulpturen drängen sich nicht in auf und lassen dem Hörer Platz für eigene Bilder. Es sind flüchtige Assoziationsgebilde, die klingen, als seien sie für das innere Ohr bestimmt, das wach und gespitzt lauscht, sobald die innere Stimme sich meldet.



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