Alle News
Alle Künstler
Alle CDs
Alle Tourdaten



traumton.radio
   Patty Moon: Mimi and Me: Release-Informationen

[Tracks]   [Infos]    [Pressematerial]   [CD bestellen]



VÖ: 28.01.2011
EAN/UPC: 705304454428
Traumton CD: 4544
hören bei

Komponistin und Sängerin Judith Heusch machte auf ihrer Interview-Reise kurz vor Weihnachten einen Abstecher ins Traumton Studio, verliebte sich dort in den Bechstein Flügel und sprach über das neue Patty Moon - Album "Mimi and Me",
über Zwerg Nase, die Gans Mimi und Gänse im Allgemeinen, ihr neues Lieblingsspielzeug, ihre Arbeit als Filmmusik-Komponistin, die langjährige Zusammenarbeit mit Multi-Instrumentalist und Arrangeur Tobias Schwab, über alte Ängste und neue Träume und ihren Ausblick auf die Zukunft.


Mimi and Me – Die Stimme der Elfen

Es ist der Moment des Fallens, des Fallens in die eigene Seele, den die Musik von Patty Moon im Zuhörer zum Klingen bringt. Das Duo beeindruckt das Publikum durch seine individuelle Musik schon seit geraumer Zeit. Drei Alben wurden bisher veröffentlicht – Clouds Inside, Lost In Your Head, und Dream Up – eines raffinierter als das andere. Ende Januar 2011 erscheint bei Traumton Records, Berlin, das neue Album: Mimi and Me ist ein weiterer Schritt der Musikevolution, der in den aufs Präziseste ausgefeilten Arrangements seinen Ausdruck findet. Singerin/Songwriterin Judith und ihr langjähriger musikalischer Partner Tobias Schwab präsentieren sich als Meister der Klangmalerei.

Der Zuhörer hat das Privileg, einen Prozess mitzuverfolgen, der in Regionen jenseits der Vernunft und des Bewusstseins führt – Regionen, die nur die Musik erschließen kann. Sorgfältig aber schonungslos tragen die Künstler Schicht für Schicht ab, legen die verletzlichen Teile frei, holen die innersten Bilder und Emotionen, Ängste und Freuden behutsam ans Licht, um dadurch gleichzeitig weiter in die Dunkelheit vorzudringen – geleitet von der Intuition und immer wieder aufs Neue berührt von ihren Entdeckungen: „Es ist erstaunlich, dass man etwas zum Ausdruck bringt, ohne selbst zu wissen, wo es herkommt.“

Vertonung des Irrationalen

Eine wichtige Quelle der Inspiration war und ist für Judith die Natur: Hier hatte sie stets einen Zufluchtsort, das Umherstreifen mit ihren Hunden ist eine Quelle unerschöpflicher Energie. In der wunderschönen Landschaft um den Kaiserstuhl entstehen ihre Songs. Die Gerüche und Geräusche des Waldes – das Düstere und Mystische, das Unwirkliche und das Geheimnisvolle – all das schwingt in der Musik mit: Sie weht heran wie Nebel über dem Hochmoor, wie Elfenstimmen aus der Stille.
Seit ihrer Kindheit fühlte sich Judith von den Ausdrucksmöglichkeiten der Musik, aber auch von Lyrik und Bildern angesprochen – in diesen Werken bahnt sich eine eigene Wahrheit ihren Weg. Die gleiche Erwartung setzt die Songwriterin auch in ihre Musik: „Ein Song ist wie ein Gedicht, oder wie ein Bild – er soll eine Stimmung einfangen.“ Der Song The Raven als Vertonung von Edgar Allen Poes gleichnamigem Gedicht setzt ihren Anspruch dabei ganz wörtlich um. Mit Ausnahme dieses einen Songs stammen die Texte alle von Judith.
Lyrisch sind die Texte – und sie stellen Fragen. Oft bergen die eingefangenen Stimmungen eine gewisse Melancholie: „Die Songs entstehen oft in fragenden Momenten, in denen man nicht weiß, was man mit sich anfangen soll, wer man ist.“ In der Musik kann Judith immer aufs Neue diesen Stimmungen nachforschen, ganz natürlich fließen dann Text und Melodie zusammen: „Das Klavier und ich – das ist der schönste, der echteste Moment, den es gibt.“
Die Musik von Patty Moon weckt Assoziationen mit Sängerinnen wie Björk oder Kate Bush, und doch entsteht etwas ganz Eigenes – das Duo findet immer wieder neue Wege, Emotionalität unvermittelt auszudrücken. Lebendig schildert die Songwriterin auch ihren Blick auf das Leben:
„Ich bin kein Leichtgewicht, hab mich durchs Leben mehr gedacht als gelebt, habe viel Mist hinter mir, hatte nie richtig irgendwo einen Platz außer in der Natur und in der Musik und in irgendwelchen Büchern und Bildern und bei meinen Tieren. Ich bin mitten im Wald groß geworden, das hat mich ziemlich bespukt glaube ich, der Wald, das Düstere, die Füchse, Kauze, die Gerüche, alles! Mir ist das Leben viel zu groß, zu schön und zu schmerzhaft gleichzeitig, ich wäre oft lieber nicht da, und könnte andererseits für manche Gerüche, wie den Frühnebel draußen sterben vor Glück. Und das alles findet Platz in meinen Songs, das kann man nicht leben, also ich weiß nicht wie das geht, wie sich das anfühlt – vielleicht mach ich’s ja auch? Aber ich hab’ das Gefühl, dieses Große passt nicht ins Leben, es passt aber in einen Song, in ein Gedicht, in die Musik, da wirkt es so groß wie es mir erscheint, so schwer, so viel.“

Diese intensiven Bilder erhalten erst im Zusammenspiel zweier Künstler ihre ergreifende Form. Judiths (Gesang, Klavier) Partner auf der Bühne und im Tonstudio ist Tobias Schwab (Gitarre, Bass, Klarinette, Harmonium, Akkordeon, Klavier, Schlaginstrumente und Elektronik) als zentrale Figur: „Es gibt kaum Leute, die so direkt übersetzen können, was ich meine.“ Die Arrangements von Tobias sind nicht nur Instrumentationen. Es sind ganze Re-Kompositionen im Sinne der Musik und im Geiste der Texte. Jedes Instrument, jede Melodie, jeder Rhythmus und jedes Geräusch ist mit Absicht gesetzt, um die Musik Patty Moons auszuleuchten und im gemeinsamen Glanz strahlen zu lassen.
Besonders erfüllend gestaltet sich für Judith auch die Zusammenarbeit mit Streichern (Painting Horses, Mimi and Me): „Das Akustische atmet einfach mehr.“ Professionelle Verstärkung erhielten Patty Moon für das aktuelle Album durch David Neuffer (Cello) und das Pellegrini Quartett. Drei der Lieder wurden für Hans W. Geißendörfers Film In der Welt habt ihr Angst geschrieben, der Anfang März 2011 in die Kinos kommt. Die Arbeit an der Filmmusik war für beide Seiten sehr inspirierend: die Filmbilder lieferten Patty Moon reiche Assoziationen für Songs wie „Landscape“ und die Musik unterstützte Geißendörfers Visionen.

Ungeschminkt und mutig ist dieses Album von Patty Moon, einfühlsam und verletzlich. Jeder einzelne Song ist ein Spannungsfeld von Emotionen, das Klingen der Zerrissenheit zwischen übergroßer Liebe zum Leben und der Verzweiflung über dessen Bedingungen. Patty Moon spielen sich an den Abgrund der Seele, vertonen das Irrationale. Aus den Songs klingt der Schmerz des zu großen Glücks – die Wehmut, die Liebe zu einem Bild, einem Moment, zur Welt, nicht halten, nicht fassen zu können – außer in der Musik. Hier spiegeln sich alle Empfindungen, schön und schmerzhaft, verdichtet beinahe bis zur Unerträglichkeit – die Essenz des Lebens.



[nach oben] [zurück]



© Traumton 1998 - 2007 ::: Impressum ::: ::: home