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   Helikon: Stumme Detektive: Release-Informationen

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VÖ: 06.06.2014
EAN/UPC: 705304460122
Traumton CD: 4601

Helikon – Stumme Detektive

„Normalität ist Glamrock“ steht seit einigen Tagen an der Hauswand gegenüber. Das Duo Helikon zeigt, was an der steilen These dran ist – und welche Rolle Musik dabei spielt

Ist das da nun ein fulminant explodierender Feuerwerkskörper oder eine stinknormale Zimmerpflanze? Eine Seifenkisten-Zeitmaschine oder ein Fotoapparat? - Schon der erste Blick aufs Cover von „Stumme Detektive“, dem zweiten Album des Hamburger Pop-Duos Helikon zeigt, dass es Sängerin Anne Otto und Gitarrist/Songwriter Jochen Schmadtke immer um eine poetische Spurensuche im Alltag geht. Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Reihe farbiger Klekse, entpuppt sich nach und nach als Alltagsgegenstände, mit denen wir alle hantieren – wir haben sie in der Form bloß nicht gleich wiedererkannt.

Kleinigkeiten lohnen die Betrachtung, das, woran man ständig vorbeigeht, ist einen Song wert, wird durch Musik in neues Licht getaucht. Im swingigen „Im Meer verschwinden“ geht es darum, was man sieht, wenn man am Strand sitzen bleibt, während die anderen schwimmen gehen. In „Karussell“ um Gedanken, die man sich macht, wenn man die eigenen Kinder auf der Kirmes beobachtet, und im tanzbaren „Im Dunkeln Glühen“ um Ampeln, die nachts schöner sind als am Tage.

Musikalisch und textlich ist dabei immer eine Portion Lakonie im Spiel. Dennoch: Egal, ob es ein sprudelnd-beiläufiges Gitarrensolo ist, eine klare, fast naive Gesangsmelodie oder ein schwebender Chor, immer wieder transportieren Helikon so etwas wie, tja, sagen wir: große Emotionen. Wer zuhört, stellt irgendwann den Blick auf unendlich, hin zu einem Sehnsuchtsort oder wer weiß wo hin. Oder fühlt sich, als würde er „an einem kühlen Tag in eine warme Badewanne gelegt.“

So jedenfalls empfand es die Jury des Chanson-Fests Berlin, bei dem Helikon 2011 den Nachwuchspreis gewann. Einige der Stücke sind jetzt auf dem zweiten Album  „Stumme Detektive“. Zum ersten, im Moment vergriffenen Album „Nicht irgendwo sondern hier“ (xxs records)schrieb etwa der Rolling Stone „Popperlen, auf die man gewartet hat.“ Intro fand die Songs „intim, unaufgeregt, erwachsen.“

Auch wenn Anne Otto und Jochen Schmadtke alle Songs erst mal zu Hause in der eigenen Küche schreiben, probieren, arrangieren: für Album und Auftritte haben die beiden Unterstützung. Marcus Schneider (u.a. Gloria, Kid Kopphausen) produziert mit und spielt Gitarre, Simon Fröhlich (Latin& Greek) spielt Bass, Christian Hake (Kettcar)Schlagzeug. Zusammen mit den Musikern werden aus Skizzen runde Popsongs, die mal brüchig-verletzlich, mal schwebend-bossaesk, mal beinah rockig sind. Ob das jetzt klingt wie eine Mischung aus Wilco und Nena, Belle et Sebastian auf Deutsch oder Erdmöbel mit Frauenstimme soll jeder selbst entscheiden. Jedenfalls wird man nach dem Genuss von ein paar Helikon-Songs Ampeln, Zimmerpflanzen und den eigenen Alltag für eine Weile ein klein wenig anders sehen.



"Schon mit den ersten Akkorden lasse ich alles zurück, reite in den Sonnenuntergang hinein und bin dem Himmel so nah. Wie ich da so über dem Ozean schwebe - beim ersten! Song dieser CD - wird mir schon etwas bange: "Falle ich jetzt? Wie soll das denn weitergehen? Ist das überhaupt möglich?"
In den nächsten vierzig Minuten streife ich den Mittelpunkt der Erde, buchstabiere Glück, fahre Karussell und seh wie die ganze Welt sich um uns nur dreht. Und ganz am Ende, da weiß ich wieder, dass das Leben ganz leicht sein kann; dass Arizona nicht mehr weit ist ... und mit niemandem kann ich diese Tiefen so schön erlauschen und ertanzen wie mit Helikon. Es gibt Musik, da fühlt man sich nacher wie ein besserer Mensch. So eine Musik ist das."
tanja ries , Mai 2014



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