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   Strom & Wasser: Anticool: Release-Informationen

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VÖ: 20.06.2014
EAN/UPC: 705304461129
Traumton CD: 4611

Anticool

Das neue Album von Heinz Ratz und Strom & Wasser klingt persönlicher denn je.

„Die meisten Dinge auf der Welt sehn einfach besser aus, wenn man sie falschrum hält“, stellte Heinz Ratz vor Jahren fest. Auch sein neues Album „Anticool“ folgt  dieser Devise. Nicht nur das Titelstück ist ein klares Statement gegen den Zeitgeist; darin wettert Ratz mit seiner typischen Mischung aus Lakonie und Zorn: „Man erkennt euch am Stil, außer Stil ist da nicht viel.“ Der Sänger, Songschreiber, Bassist und Kopf der Band Strom & Wasser bezieht weiterhin unmissverständlich Stellung. Darüber hinaus offenbart er nun auch viele private Gedanken, die wegen seines politischen Engagements in den vergangenen Jahren eher in den Hintergrund getreten waren. Verschiedene Songs kreisen um liebevolle Gefühle, zeigen Verletzlichkeit, betrachten innere Dämonen, beschäftigen sich mit Vergänglichkeit oder öffentlichem Erwartungsdruck, skizzieren ironisch alltägliche Beobachtungen. Sie passen ebenso zu Ratz' erklärter Anticoolness wie empörte Kapitalismuskritik.

In jedem Gesicht ist ein schönes Gesicht, ein Geheimnis aus 1000 Geschichten.
Ist nicht schlimm, wenn es brennt, nicht schlimm, wenn es sticht
Ist schlimm nur, aufs Glück zu verzichten.
(Aus: „In jedem Gesicht“)

Dass Heinz Ratz und seine Band inzwischen mit verschiedensten Preisen * ausgezeichnet wurden, hat ihre subversiv Haltung offenbar noch angespornt. Entschlossen bezweifelt der weit gereiste „Radikalpoet“ vieles, was der gute Bürger gerne glaubt. Dabei versteckt sich Ratz nicht hinter Metaphern, sondern erzählt direkt und ehrlich von Dingen, die ihn bewegen. Der Wahrheit auf der Spur sprengt er Löcher in glänzende Fassaden, findet Risse im Lack und Sprünge in Schüsseln. Mit heiligem Ernst und emotionalem Furor kann er harsche Verbalattacken reiten, in die Rolle des Eulenspiegels schlüpfen, um wenig später über Glück oder das eigene Leben zu philosophieren.

Was hilft schon der Gedanke, alles sei in Wandlung
wenn man zu alt wird und das Neue nicht begreift?
Man gibt sich dann in philosophische Behandlung
Und lernt: man altert nicht, man reift.
Doch die Wahrheit mit Gewalt
sagt Dir: nicht reif bist, nur alt.
(Aus: „Philosophischer Irrtum“)

Die Musik des vielfältig instrumentierten Quintetts plus Gästen klingt lebendig und spielfreudig. Strom & Wasser grooven in unterschiedlichen Rhythmen, zitieren lässig Rock und Ska, Polka und Tango, Funk, Punk und Jazz. Auch lateinamerikanische Anklänge schimmern bisweilen durch, was angesichts von Heinz Ratz' eigener Geschichte mit Kindheit in Peru und Jugend in Argentinien nicht überrascht. Über dem erdigen, mal dynamischen, mal atmosphärischen Bandsound erhebt sich Ratz' Raustimme, die in gesprochenen Zeilen, schnellen Raps oder Melodien keinen Zweifel an seiner Dringlichkeit lässt.

Heinz Ratz' grundsätzliche Konsequenz macht ihn zu einer der ungewöhnlichsten Persönlichkeiten der deutschen Songschreiber-Szene. Seit Jahren wählt der engagierte Musiker und Autor ungewöhnliche Wege, um politisches Bewusstsein zu wecken. 2008 ging er zu Fuß auf Tournee, um mit dem „Lauf gegen die Kälte“ die Situation Obdachloser öffentlich zu machen. Im Jahr darauf schwamm er für die Umwelt durch deutsche Flüsse, 2011 besuchte er per Fahrrad Asylbewerberheime, die in der Nähe seiner Auftrittsorte lagen. Das Schicksal der Menschen, die er dort traf, und ihre oft unwürdigen Lebensumstände bewegten Ratz auf's Neue. Er lud Musiker, Sänger und Rapper aus den Flüchtlingsheimen ein, um mit ihnen das viel beachtete Projekt „Strom & Wasser featuring The Refugees“ zu entwickeln.

Auf „Anticool“ steht nun wieder Heinz Ratz  im Mittelpunkt, als Sänger und rebellischer Querdenker und Strom & Wasser ihm unverbrüchlich zur Seite. Sein Engagement scheint unermüdlich. Während andere Musiker im Zuge einer neuen CD-Veröffentlichung über eine Promotion-Tournee nachdenken, plant Heinz Ratz etwas anderes: die Sommertour von Strom & Wasser soll auf selbstgebauten Flößen durch die Lande führen und dabei auf die Situation von Flüchtlings-Frauen und unbegleitet fliehenden Kindern aufmerksam machen.

Wem man glaubt, wen man liebt, was man hasst und erstrebt
Das geschieht nicht, das kann man gestalten!
(Aus: „In jedem Gesicht“)

 

 

* Preis der deutschen Schallplattenkritik - Bestenliste für die CDs  "Freiheit ist ein Paradies", Emotionsdesign und Farbengeil,  
Integrationspreis der Bundesregierung 2012 für Heinz Ratz
Transvocale Preis 2013 für Heinz Ratz
Strom & Wasser erhalten den diesjährigen Liederpreis der Liederbestenliste für "Herr Minister" von der CD "Freiheit ist ein Paradies". Die Verleihung findet beim Liederfest im Mainzer Unterhaus am 20. September 2014 statt.

 

 



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