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   Sebastian Sternal: Sternal Symphonic Society VOL.2: Release-Informationen

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VÖ: 20.02.2015
EAN/UPC: 705304461624
Traumton CD: 4616

Sebastian Sternal - Sternal Symphonic Society Vol.2

„Im Grunde waren es zwei Gedanken, die zur Symphonic Society führten“, erzählt Sebastian Sternal. „Ich wollte ganz viele Musiker zusammen bringen, die ich toll finde und hatte außerdem schon lange Lust, mit einem Streichquartett zu arbeiten.“ 2011 gründete der in Köln ansässige Pianist und Komponist seine Symphonic Society, ein Jahr später erschien das Debütalbum, das 2013 mit einem Jazz-Echo gekrönt wurde. Weder die erste, noch die letzte Auszeichnung für den 1983 in Mainz geborenen Musiker, aber möglicherweise die wichtigste. Jedenfalls übertraf das unkonventionelle Projekt in der Folge auch noch sämtliche kommerziellen Erwartungen. Die Stile und Grenzen übergreifende Attraktivität der Society stand für Sebastian Sternal ursprünglich gar nicht im Mittelpunkt der Überlegung. „Ich hatte keinen Gedanken daran verschwendet, ob es eine Mischung aus Jazz und Klassik ist“, erklärt er, „tatsächlich war diese Verbindung kein bewusster Teil des Konzepts, aber sie gehört zu meiner Biographie.“

Seinen ersten Klavierunterricht bekam Sebastian Sternal mit sechs Jahren. Im Gymnasium begeisterte er sich für Herbie Hancock, Miles Davis, Sting und Filmmusik von John Williams; mitunter dirigierte er die dortige Bigband, wenn sie seine Kompositionen spielte. Nach einem Doppeldiplom (künstlerisch und pädagogisch) in Köln studierte Sternal ein Jahr Komposition am Konservatorium in Paris, mit nachhaltiger Wirkung. „Die Klassik spielte dort eine große Rolle, nicht nur in Theorie und Analyse. Ich habe in dieser Zeit auch für ein Sinfonieorchester geschrieben.“ Zurück in Deutschland stand natürlich außer Frage, einen so großen Orchester-Dampfer für ein eigenes Projekt einzusetzen. Vielmehr interessierte Sternal, den Klangreichtum eines ungleich beweglicheren Streichquartetts mit typischen Jazzinstrumenten zu kreuzen. Die Kernidee dabei war, dass jeder zu 100% das spielt, was er oder sie am besten kann. „Ich liebe diesen vollen Streicherklang, den klassisch geschulte Musiker präzise beherrschen“, sagt Sternal, „es geht mir nicht darum, dass sie außerdem auch noch improvisieren können. Wichtig ist, dass sie mit ihren eigenen Qualitäten den Hörer ebenso beeindrucken wie die beteiligten Jazzmusiker mit ihrem Talent für Improvisationen und Abstraktionen.“

Das zweite Album ist noch stärker auf die von Sebastian Sternal versammelten Persönlichkeiten zugeschnitten. „Nach der ersten Produktion und den folgenden Konzerten kenne ich sie alle noch viel besser und habe nun bestimmte Stellen oder Linien direkt in Richtung ihrer Stärken komponiert“, beschreibt Sternal die Weiterentwicklung, „so konnte ich ein noch größeres Spektrum an Klangfarben entwerfen.“ Selbstverständlich legen die Streicher hier nicht einfach flächige Klangteppiche, sondern wirken sogar in zurückhaltenden Begleitungen als eigenständige Energiefelder, mit Spaß an Kontrapunkten. Dabei sind sie nicht auf ihre Rolle als Quartett fixiert, sondern können auch mal einzeln, als individuelle Stimmen, auftreten.

Allen, die sich in den letzten Jahren mit Jazz aus Deutschland beschäftigt haben, dürfte die Mehrzahl der Society-Mitglieder vertraut sein. Trompeter Frederik Köster und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel, beide ebenfalls Echo-Preisträger, haben sich durch bemerkenswerte eigene Produktionen als Jazz-Individualisten profiliert. Ebenso Pablo Held, der zu den spannendsten jungen Pianisten gehört und der mit Burgwinkel und dem großartigen Bassisten Robert Landfermann seit Jahren ein herausragendes Trio bildet. Posaunist Klaus Heidenreich ist das jüngste Mitglied der NDR-Bigband, Altsaxophonist Christoph Möckel für warmherzige Töne zuständig. Ausgeprägte Improvisationskunst bringt Saxophonist/Klarinettist Niels Klein mit, der schon neben Toots Thielemanns, Charlie Mariano und Peter Erskine spielte

Hochkarätig sind auch die an der aktuellen Produktion beteiligten Streicher. Der 1. Violinist Erik Schumann spielte bereits als Solist unter Christoph Eschenbach, mit dem Chicago Symphony Orchestra und dem Orchestre National de France sowie beim Sinfonieorchester des WDR. Dort arbeitet auch die Bratschistin Magdalena Härtl, während Cellist Thomas Schmitz zum international vielfach ausgezeichneten Signum Quartett gehört (und übrigens ebenfalls Echo-Preisträger ist). Über den 33-jährigen Erik Schumann sagt Sebastian Sternal, er sei nicht nur einer der aktuell am meisten angesagten Geiger seiner Generation, sondern habe auch einen bemerkenswerten Sinn für Jazz. „Seine konzentrierte und gleichzeitig offene Musizierhaltung prägt die gesamte Band.“

Als Komponist und Arrangeur hat Sebastian Sternal die Improvisationen weitgehend in die Hände seiner Jazz-Kollegen gelegt. Nicht nur in Solo-Passagen sind Teile der Partitur offen für Ideen der beteiligten Musiker. Allerdings würden sich diese nicht immer direkt als solche offenbaren. „Pablo kann oft selbst entscheiden, wie er die Akkordsymbole interpretiert“, beschreibt Sternal sein Kompositionsprinzip, „ebenso hat Jonas innerhalb eines klar definierten Puls viel Freiheit, diesen mit persönlichen Sounds anzureichern. Ich weiß einfach, dass das Ergebnis besser wird, wenn ich den Jazzvirtuosen viel Eigenverantwortung überlasse.“

Trotz der ungewöhnlichen Besetzung und einiger Solo-Passagen der Streicher ist auch Sternal Symphonic Society Volume 2 natürlich ein Jazzalbum. Allein schon wegen mancher Grooves und Breaks von Jonas Burgwinkel, oder wegen Sternals  energiegeladenem Klavierspiel im sprunghaften Stück „Run“. Nicht zu sprechen von  bisweilen expressiven Soli der Bläser. „Der Jazz hat mich entscheidend geprägt“, hält Sternal fest. „Ich mag ihn, weil er von je her offen ist, sich schon immer verschiedenste Einflüsse einverleibt und daraus etwas neues kreiert hat.“ Das lässt sich zweifellos auch über Sebastian Sternal und seine Symphonic Society sagen. Sie befindet sich in ebenso guter wie internationaler Gesellschaft.



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