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   Arne Jansen Trio: Nine Firmaments: Release-Informationen

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VÖ: 14.10.2016
EAN/UPC: 705304463321
Traumton CD: 4633

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Arne Jansen Trio - Nine Firmaments


„Er kann wunderbar lyrische Geflechte zaubern, vertrackte Themen aufflackern lassen und auch mal rockige Explosivität zelebrieren: Das Trio des Gitarristen Arne Jansen ist ein sinnlich-intellektuelles Vergnügen.“
(Jazzzeitung 2006/02, Critics Choice, Roland Spiegel, BR)

Als Gitarrist und Komponist hat Arne Jansen noch nie in Genre-Kategorien gedacht. Schon mit seinen ersten beiden Trio-Alben nahm der ECHO-Preisträger mindestens in Deutschland eine besondere Rolle ein. Melodiöse Stücke, transparente Arrangements und ein warmer Gitarrensound gehören bis heute zu Jansens Markenzeichen. Auch sein neues Album Nine Firmaments enthält viele „Songs ohne Worte“, von denen manche so schnell und ohne Umwege ins Bewusstsein wandern, als seien sie dort schon immer zuhause gewesen. Jansen bevorzugt klare Linien und vermeidet jede plakative Artistik. Der Gedanke, durch gezielte Wahl der Mittel intensivere Atmosphären und stärkere Aussagen zu entwickeln, motiviert ihn heute mehr denn je. Was nicht ausschließt, dass seine Finger zwischendurch in ihrer ganz eigenen Ästhetik übers Griffbrett tänzeln.

Immerhin nahm Arne Jansen einst als Teenager wegen Jimi Hendrix und den Dire Straits erstmals eine Gitarre in die Hand. Große Erzähler des Pop, etwa Bob Dylan und Joni Mitchell, gehörten ebenso zu seinen frühen Inspirationsquellen wie die Beatles und Pink Floyd, die er im Plattenschrank seiner Eltern fand. Mit 17 entdeckte Arne Jansen Musik von Pat Metheny und John Scofield, die ihm neue Horizonte eröffneten. Heute, rund zwei Dutzend Jahre später, nennt Jansen für seine Stücke natürlich andere Inspirationsquellen. „Im Sommer 2012 unternahm ich mit meiner Frau eine Reise nach Südost- und Südeuropa. Wir bewegten uns auf den Spuren von Janacek und Rilke und in Lugano erinnerte ich mich an Hesses Roman Klingsors letzter Sommer“, erzählt Jansen. „Die Handlung eines Kapitels spielt im Bergdorf Carona und natürlich haben wir dann auch diesen Ort besucht. Kaum zurück in Deutschland, rief mich der Bassist Marc Muellbauer an und fragte, ob ich einige Konzerte in seinem Tentett spielen wolle. Eines davon fand, als einmaliges Ereignis, exakt in Carona statt, wodurch ich 2013 ein zweites Mal dort war. Das war schon eine Art Zeichen.“ Die Atmosphäre südländischer Sommernächte lässt sich, sagt Jansen, schon an den Titeln einiger Stücke ablesen und gab der Musik eine gewisse Leichtigkeit und Gelassenheit.

Starke Impulse kamen auch von dem bildenden Künstler Timo Nasseri, den Jansen zu seinen langjährigen Freunden zählt. Nasseris Arbeiten sind auf dem Cover und im Booklet des Albums zu sehen, doch nicht nur das. „Eine seiner jüngsten Ausstellungen hieß Nine Firmaments“, erzählt Jansen, „die Definition des Firmaments als eine Verbindungs-Schicht von der irdischen Welt zu den höheren Mächten gefällt mir, zumal man das gleiche über Musik sagt. Außerdem heißt es in der Mythologie, dass in den neun Firmamenten die Engelschöre zuhause sind.“ Für das Bild auf der Vorderseite des Albumcovers hat Nasseri eine Sternkonstellation berechnet, wie sie am Todestag der historischen Visionärin, Philosophin und Astronomin Hypatia über Alexandria zu sehen war.

Selbstverständlich fanden keine Engelschöre den Weg in Arne Jansens musikalische Welt. Stattdessen kam ein neuer Bassist dazu, nämlich Robert Lucaciu aus Leipzig. Ihm eilt der Ruf voraus, sich auch mit Klangwelten der Neuen Musik zu beschäftigen und – neben trockenen Grooves und pointiert gezupften Tönen – alle Facetten den Bogenstrichs zu beherrschen. Letzteres ist in zwei Stücken, It's Always Night und Between Two Moons, unüberhörbar. Am Schlagzeug sitzt hingegen ein alter Bekannter Jansens, nämlich Eric Schaefer. Seit 1997 sind sie beste Freunde. Beim Spielen verbindet die beiden ein intuitives Einverständnis, das auch in gemeinsamen Interessen abseits der Musik wurzelt. Jansen und Schaefer haben sich beide über Jahre intensiv mit Buddhismus und Meditation beschäftigt. „Direkt nach den Aufnahmen zum Album sagte Eric fast erstaunt zu mir, dass er noch nie so gradlinig gespielt habe“, erinnert sich Jansen lachend. Als Bandleader ist er zwar für alle Kompositionen verantwortlich, lässt aber stets Raum für Ideen von Schaefer und Lucaciu. Konsequent bezeichnet er die Musik auf Nine Firmaments als Ergebnis eines Bandprozesses. Das erwähnte Between Two Moons ist dafür ein gutes Beispiel. „Ich brachte eigentlich nur eine Skizze mit ins Studio, über die wir improvisiert haben. Schon der erste Take der Session kam letztlich auf die Platte.“ Die Dramaturgie mit schwellenden Sounds, klingenden Becken, gestrichenen Bass-Motiven und erst ab der Hälfte des Stücks einsetzenden Trommelschlägen kreiert eine individuelle Stimmung. Der letzte Titel des Albums, He Who Counts The Stars, fällt durch ein ebenso spezielles Arrangement auf, das dank Stephan Brauns Cello besonders kammermusikalisch erscheint.

Seit seinem Debüt erfreut sich das Arne Jansen Trio positiver Resonanz aus vielen Richtungen. Allein der Umfang der Print-Pressemappe ist enorm. 2014 wurde Jansen für das Album The Sleep of Reason-Ode to Goya (ACT) mit einem ECHO Jazz ausgezeichnet, im November des gleichen Jahres war die Band auf ausgedehnter Indien-Tournee. Dort gastierte sie unter anderem beim großen Jazz Utsav-Festival in Neu Delhi. Andere Festival-Einladungen kamen aus Riga und (vor der Annexion durch Russland) von der Krim; 2015 spielten Jansen & Co. im Rahmen der 25. Jazzbaltica. Darüber hinaus ist das Trio schon in den USA, Argentinien, Skandinavien und natürlich vielen europäischen Ländern getourt. Vor einigen Wochen wurde Jansen für den von der GEMA gestifteten Deutschen Musikautoren Preis nominiert, was besonders bemerkenswert ist, da in der Jury neben zwei Komponisten aus der Neuen Musik unter anderem Wolfgang Niedecken und Max Herre sitzen.

1975 in Kiel geboren, wollte Arne Jansen schon früh Gitarre spielen. Die Geigenlehrerin seiner Schwester fand jedoch, das sei kein ernsthaftes Instrument und riet zur Klarinette. An der Schule in Flensburg animierte eine Bigband Jansen nicht nur zum Mitspielen, sie brachte ihn auch zum Tenorsaxophon und zu Konzerten bis in die Vereinigten Staaten. Gleichzeitig hörte er Rockmusik, gründete dann sein erstes Gitarrentrio, mit dem er als „Vorgruppe“ der Schul-Bigband vor rund 1000 Jugendlichen bei einem (anderen) Konzert auf der Krim auftrat. Noch vor dem Abitur bekam Arne Jansen dank einer Landesförderung die Möglichkeit, einen ganzen Jahrgang der Jazzbaltica live zu verfolgen. „Nach den Konzerten saß ich mit den berühmten Musikern im Schloss zusammen und fühlte mich zuhause“, erinnert er sich. „Da wurde mir klar, dass ich das unbedingt auch machen muss, es war geradezu eine Notwendigkeit. Ich habe danach zwei Jahre geübt wie ein Verrückter, um die Aufnahmeprüfung an der Universität der Künste in Berlin zu schaffen.“ Von 1996 bis 2001 studierte er hier, unter anderem bei David Friedman, Peter Weniger und Jerry Granelli. Danach blieb er in der Hauptstadt.

Bis heute ist Arne Jansen kein großer Freund von Effektgeräten. Auftrumpfende Tempoorgien haben ihn noch nie interessiert. Absichtsvoll bewahrt er die Songform vor übertriebener Abstraktion, findet Tiefe in einem vieldeutigen, assoziativen Understatement, das zugänglich ist, ohne leichtfertig zu werden. Es gibt nicht viele Musiker im deutschen Jazz, die diesen Balanceakt so elegant vollziehen wie das Arne Jansen Trio.



Presse:
Diese Musik ruht [...] in sich, verweigert sich dem verstiegen Experimentellen genauso konsequent wie dem vordergründig Sportlichen. Von diesem Gitarristen werde Töne nicht gefressen wie anabole Steroide, sondern flächig ausgebreitet, durch die Rockwalze gedreht, und mit dem Instrumentarium des Jazz filigran gedrechselt, bis daraus eine atmosphärische Stimmung erwachsen ist, die dann als eine Art Grundton erhalten bleibt. Bei Jansen atmet jeder Ton Authentizität."
Jazzpodium, Volker Doberstein, 12/2008

So sparsam und zögernd wie dieser Musiker immer wieder seine herrlich angerauten Töne in diese acht Instrumentals tropfen lässt, das ist einfach einzigartig, originell, eigenwillig und beeindruckend. Gemeinsam mit Eva Kruse (b) und Eric Schaefer (dr) ist dem Berliner eine Album-Produktion gelungen, die [...] abseits von Jazz-Tradition, theoriegeschwängertem Skalendogmatismus und Avantgarde-Zwängen eine ganz eigene intensive und schöne Musik transportiert."
Gitarre & Bass, 11/2008



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