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   Other Animal: Other Animal: Release-Informationen

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VÖ: 02.02.2018
EAN/UPC: 705304466124
Traumton CD: 4661


Other Animal -
Meyer, Slawin, Meyer, Black

Eine neue Formation mit guten Bekannten, ein spezieller Sound mit vertrauten Vignetten: Other Animal spielt „alternative prog-jazz“. Das jüngste Projekt von Bernhard und Peter Meyer, die als Komponisten und Produzenten die Schlüsselrollen im Quartett einnehmen, vereint Persönlichkeiten aus Berlin und New York, die perfekt miteinander harmonieren und sich gegenseitig beflügeln. Die Brüder Meyer kennt man vor allem aus dem  gefeierten Melt Trio. Seit Jahren tragen sie mit ihrer eigenständigen Musik und ihrer differenzierten Stilistik auf Halbresonanz-Bass und E-Gitarre einen großen Teil zum spezifischen Jazz-Sound Berlins bei. Abseits ausgetretener Wege fusionieren sie Elemente aus improvisierter und Neuer Musik, Independent-Rock und Ambient und zeigen, wie Jazz in Gegenwart und Zukunft klingen kann. „Das Melt Trio spielt auch auf seinem dritten Album wieder in einer ganz eigenen Liga“, resümierte das Jazzpodium und reihte Peter Meyer in die internationale Riege der Generation Marc Ribot, Jacob Bro und Marc Ducret ein. Rondo befand, das Trio „dürfte eines der verblüffendsten innerhalb der aktuellen Jazz-Szene sein.“ Auf CDs und in unzähligen Konzerten haben sie bislang begeistert, darüber hinaus mal gemeinsam, mal einzeln andere Konstellationen ausgelotet. Etwa mit dem norwegischen Elektroniker und Live-Remixer Jan Bang, den Schlagzeug-Charismatikern John Hollenbeck und Nasheet Waits, dem Ausnahme-Sänger Theo Bleckmann und dem portugiesischen Kontrabass-Original Carlos Bica.

Schon früher haben die Meyer-Brüder auch mit Jim Black gearbeitet. 1967 in Seattle geboren, hat Black am Berklee College studiert, zog dann nach New York und bereicherte seitdem viele Projekte mit seinem markanten Spiel. In eigenen Formationen wie dem Postrock-Jazz-Quartett AlasNoAxis u.a. mit Chris Speed, der Richtung Balkan blickende Band Pachora sowie Human Feel mit Speed, Kurt Rosenwinkel und Andrew D'Angelo. Darüber hinaus spielte Black je eine Handvoll Alben an der Seite von Dave Douglas und Uri Caine ein, außerdem bei BBC mit Tim Berne und Nels Cline, mit Dave Liebman, Steve Coleman, Laurie Anderson und vielen mehr.

Parallel zu den Sessions mit Jim Black hatten die Meyers eine Kooperation mit Wanja Slavin initiiert. Der Saxophonist, 1982 in Freiburg geboren und seit 2005 in Berlin zuhause, erhielt 2014 für das mit Petter Eldh und Christian Lillinger aufgenommene Album Starlight einen Jazz-Echo. Zuletzt sorgte Slavin im Quartett Amok Amor (Eldh, Lillinger, Peter Evans) für Aufmerksamkeit, unter anderem beim Moers Festival 2016, London Jazz Festival und Jazzdor Straßburg. Darüber hinaus spielte er mit Kenny Wheeler, Médéric Collignon, John Schröder, Joachim Kühn, Alexander von Schlippenbach u.a.

Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die preisgekrönten Individualisten zu einem Quartett vereinen würden. Im November 2016 ging die Band ins legendäre Funkhaus-Studio im Osten Berlins. Die Takes gelangen so perfekt, dass keine Gedanken an  Schnitte aufkamen. Ergänzt wurden sie lediglich von einigen Overdubs, etwa Gitarren-Schichten und elektronische Effekte von Peter Meyer, Querflöte oder Synthesizer von Wanja Slavin, um dem Klangbild punktuell mehr Tiefe zu geben.  

Von einer Ausnahme abgesehen, haben Bernhard und Peter Meyer sämtliche Stücke auf Other Animal speziell für dieses Quartett geschrieben. „Wir wollten den Musikern etwas geben, bei dem sie ihre Magie am besten entfalten können. Jim verfügt über eine enorme Vielfalt an Grooves, also haben wir natürlich auch damit gearbeitet.“ Entsprechend unterschiedlich sind die Tempi der Stücke, sie reichen von fast nordisch anmutender Ruhe bis zu Crescendi in großstädtischer Rasanz. Blacks intuitives, freies und dabei sehr pointiertes Spiel mit dynamischen und druckvollen Einsätzen zeigt auch ein ausgeprägtes Gespür für Sounds. Was wiederum perfekt mit dem Klangbewusstsein der Brüder Meyer harmoniert, ihren Spannungs- und Energiebögen aus transparent-luftigen und kraftvoll verdichteten Passagen. Wanja Slavin bringt eine mal fragile, mal raue Schönheit mit in die Band. Inspiriert von der revolutionären Expressivität John Coltranes und Ornette Colemans, weiß Slavin mit feinnervigen und entschlossen zupackenden Tönen zu fesseln; manche Facetten seines Spiels lassen auch an Einflüsse aus Neuer und elektronischer Musik denken.

Nicht zuletzt dank Slavin ist Peter Meyers Rolle in diesem Quartett etwas anders als gewohnt. „Beim Melt Trio bin ich immer Solist, gewissermaßen der Sänger der Band. In Other Animal kann ich mich zwischendurch drauf konzentrieren, gezielt Klangfarben zu setzen.“ Wie Gitarrist Meyer denkt auch Slavin bei seinen nuancierten Saxophon-Soli klar erkennbar in Strukturen und Texturen. Beiden geht es um atmosphärische, detailscharfe Soundscapes statt des traditionellen „schneller, höher, weiter“-Wettkampfs. So verzahnen sie sich, nicht nur in parallelen Läufen, wie ein Reißverschluss. Oder erscheinen wie ein Baum, dessen Triebe in verschiedene Richtungen sprießen. 

Eine Konstante bei Other Animal ist die kompositorische Modernität der beiden Meyers,  die sich an den eigenen Hörgewohnheiten orientiert. Die beiden Anfang-Dreißiger sind eben nicht nur vom Klang bestimmter Jazz-Größen wie Bill Frisell, Keith Jarrett (speziell die Quartette mit Haden, Motian, Redman oder Garbarek), Marc Ribot und Terje Rypdal, sondern auch von Rock-Vordenkern wie Radiohead, James Blake und The Notwist beeinflusst. Exemplarisch nennen sie ihr Stück Nongeniality. Eine Melodie, die von Charlie Parker stammen könnte, die aber durch den Indie-Rock-Filter gedreht und gewendet wird. Mindestens ebenso wichtig wie melodische Themen und Soli ist ihnen die Form der Songs, halten die Brüder Meyer fest. Damit gemeint sind Abläufe, Spannungsbögen und Rollenverteilung. Unter diesen Aspekten werden McCoy Tyner und Brad Mehldau für Peter Meyer ebenso zu Inspirationsquellen wie Weather Report und Grizzly Bear.

Über allem steht die von der Band formulierte Devise, was das beste für die Musik ist. Bewusst und intuitiv zu spielen, unwichtiges wegzulassen, über Eitelkeiten und Selbstdarstellung zu stehen. Der Titel Other Animal steht für das Unbekannte und Neue, erklären Bernhard und Peter Meyer. Eine Band ist ein Organismus, der atmet und pulsiert, der kommunizieren und am Leben gehalten werden will. Um dann durch immer wieder andere Bewegungen, Klangfarben und Entwicklungen zu verblüffen. In diesem Sinn ist Other Animal eine ganz besondere, charismatische Spezies. 



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