Release September 25, 2026
Digital
Lineup
Achim Seifert: E-Bass, Komposition
Rafa Müller: Schlagzeug, Percussion
Hayden Chisholm: Saxophon, Obertongesang; Komposition „Fly”
Frederik Köster: Trompete „AT”
Lars Duppler: Klavier, Rhodes, Komposition „The Last Days Of Night”
Recorded in autumn 2025 at Clouds Hill Studio, Hamburg, by Manfred Faust
Mixing: Henning Sommer / Achim Seifert
Mastering: Zino Mikorey
Producer: Achim Seifert
Executive producer: Achim Seifert
© 2026 by Achim Seifert
Info / Info english
Achim Seifert Project
Woven Strings
Der Wahl-Hamburger Achim Seifert grundiert als Sideman bei Trilok Gurtu oder dem norwegischen Trompeter Mathias Eick variabel die Grooves, oder sorgt bei Udo Lindenberg, Max Mutzke, Leslie Clio und Eko Fresh für Erdung (und manchmal auch für Songs). Als Leader seiner eigenen Formation Achim Seifert Project tritt er seit 2011 als Musiker und als Komponist ins Rampenlicht.
Seit der Gründung seines Projekts hat der Berklee-Absolvent Achim Seifert in wechselnden Besetzungen vier Alben unter diesem Namen präsentiert. 2016 erhielt er für Noticed My Heart eine Echo Jazz-Nominierung. Auf dem bislang letzten, von NDR Kultur zum „Jazzalbum der Woche“ gekürten Werk Dünyalar („Welten“) begab er sich auf die Suche nach den Wurzeln seines türkischstämmigen Vaters, und lotete u.a. mit Leonhard Huhn, Roman Rofalski, dem Grammy-nominierten Flötisten Sarpay Özçağatay und Frederik Köster Schnittstellen und Verbindungsmöglichkeiten von Jazz- und türkisch-arabischen Stilmitteln aus.
Schon 2011 beschrieb der Kölner Stadt-Anzeiger nach einem Konzert bei den Leverkusener Jazztagen das Achim Seifert Project als die „erste positive Überraschung in Form eines Stars, der vorher noch keiner war.” Und das Jazz Thing lobte 2023 in einem Text zu Dünyalar: „Die krummen Takte selbstverständlich klingen zu lassen, gehört zu den Grundtugenden der Band“.
Für das neue, am 25.09.2026 erscheinende Werk Woven Strings wählte Seifert nun einen anderen Ansatz. Im Zentrum stand der Plan, Kompositionen und Arrangements kompakter zu gestalten, eine Art „Leadsheet-Ideal“ anzustreben: „Es ging mir diesmal vor allem darum zu schauen, wie ausgewählte Melodien und Töne miteinander kommunizieren.“ Zudem, sagt Seifert, biete eine gezielte Reduktion den Vorteil, dass sich alle Beteiligten freier in den Kompositionen bewegen und Details noch stärker fokussieren könnten. „Natürlich gibt es Harmonien, aber deren Auslegung habe ich bewusst offengelassen.“ Auch rhythmisch, etwa in Richtung bestimmter Grooves, habe er wenig Vorgaben gemacht. Darin lag ein gewisses Risiko, immerhin kam der junge brasilianische, in Hamburg lebende Schlagzeuger Rafa Müller ganz neu in die Band. „Wir haben uns erst beim Spielen so richtig kennengelernt und uns in jeder Hinsicht hervorragend verstanden“, erzählt Seifert, „schon während der Proben hat Rafa viele tolle Ideen für Grooves angeboten.“
Bereits seit vielen Jahren schätzt Seifert dagegen den Wahl-Kölner Hayden Chisholm. „Das erste Mal habe ich ihn gesehen, als ich noch an der Uni in Hannover studierte“, erinnert er sich, „damals war ich sofort begeistert von seiner mikrofeinen Tonalität und seinen Klangfarben“. Vor rund einem Jahr lud er den renommierten Saxophonisten zu einem Konzert in Hamburg ein. Schon eine gute Weile früher hatte Seifert eine Reihe von Stücken skizziert, in die er, nach Chisholms Zusage, gezielt dessen Ästhetik adaptierte und einarbeitete. Nach nur drei Tagen Probe verlief der gemeinsame Gig, mit Pianist Lars Duppler und Schlagzeuger Rafa Müller, künstlerisch so erfolgreich, dass die Produktion eines Albums einfach folgen musste.
Der nächstmögliche Aufnahme-Termin im Hamburger Clouds Hill-Studio ein halbes Jahr nach eben jener Uraufführung bot der Band die Möglichkeit, über das bislang entwickelte Repertoire noch einmal zu reflektieren. Seifert versteht das nach ihm benannte Projekt als kollektive Kooperation, hat aber – auch als Produzent – stets das letzte Wort. „Dank unseres gemeinsamen Mindsets entstand in Studio eine sehr kreative und konzentrierte Atmosphäre. Das aufmerksame Zuhören und der Sound der einzelnen Musiker werden natürlich umso relevanter, wenn nicht so viel auf den Notenblättern steht.“
Durchschnittlich drei Takes pro Stück genügten, auf Edits wurde weitgehend verzichtet, das Ergebnis versteht Seifert als eine „Momentaufnahme“, ähnlich einem Konzert. „Das Album fühlt sich für mich sehr direkt an und die Improvisationen sind sehr schön eingebettet in den dramaturgischen Kontext“, freut sich der erklärte Fan von Keith Jarrett, Pat Metheny und ECM. Natürlich spielt auch der Bandleader einige Soli, vermeidet dabei aber spektakuläres Auftrumpfen. Die Demonstration von Fingerfertigkeit um ihrer selbst willen ist überhaupt nicht sein Ding, lieber legt Seifert die Töne unters Mikroskop und untersucht sie auf ihre Substanz. „Mir ist es wichtig, kein Bass-Solo zu spielen, sondern ein Solo zu einem Stück. Hinzu kommt, dass dem E-Bass im Jazz der melodische Ausdruck natürlich mehr liegt als dem Kontrabass.“
Anders als beim Vorgänger-Album flirten die Stücke von Woven Strings kaum mit ungeraden Metren, so das Stück „BL“ mit seiner energisch-fließenden und impressionistischen Anmutung. Und falls sich doch nicht ganz gerade Metren einfinden, wie etwa bei beim 11/8 von „Sound Of You“, fallen die Flirts subtil, fast unauffällig aus. Als Bassist schätzt Achim Seifert ausgefeilte Rhythmik, ist daher auch von Lars Dupplers rhythmischem Spiel begeistert. Noch zentraler sei aber, sagt er, die Stücke als Songs zu sehen, als geschlossene Einheiten, und sich auf deren Essenz zu konzentrieren. Mit Chisholm, Duppler, Müller und dem Gasttrompeter beim Stück „AT“ Frederik Köster hat Achim Seifert ideale Partner, um nuancierte Klangsprache, tiefgründige und dynamische Momente sowie lebendige Interaktionen stimmungsvoll zu vereinen.
Achim Seifert Project – Woven Strings (english)
Woven Strings
Achim Seifert, who now calls Hamburg home, lays down versatile grooves as a sideman for Trilok Gurtu or the Norwegian trumpeter Mathias Eick, and provides a solid foundation (and sometimes even songs) for Udo Lindenberg, Max Mutzke, Leslie Clio, and Eko Fresh. As the leader of his own group, the Achim Seifert Project, he has been in the spotlight as both a musician and a composer since 2011.
Since launching his project, Berklee graduate Achim Seifert has released four albums under this name with various lineups. In 2016, he received an Echo Jazz nomination for *Noticed My Heart*. On his most recent album, *Dünyalar* (“Worlds”)—named “Jazz Album of the Week” by NDR Kultur—he set out to explore the roots of his father, who is of Turkish descent, and, together with Leonhard Huhn, Roman Rofalski, Grammy-nominated flutist Sarpay Özçağatay, and Frederik Köster, he explored points of intersection and potential connections between jazz and Turkish-Arabic stylistic elements.
As early as 2011, following a concert at the Leverkusen Jazz Days, the Kölner Stadt-Anzeiger described the Achim Seifert Project as the “first positive surprise in the form of a star who wasn’t one before.” And in 2023, Jazz Thing praised the album *Dünyalar* in an article, stating: “Making the irregular time signatures sound natural is one of the band’s fundamental strengths.”
For his new album, *Woven Strings*, set for release on September 25, 2026, Seifert has now taken a different approach. The focus was on making the compositions and arrangements more compact, striving for a kind of “leadsheet ideal”: “This time, my main goal was to see how selected melodies and notes interact with one another.” Furthermore, Seifert says, a deliberate reduction offers the advantage that all participants can move more freely within the compositions and focus even more intently on the details. “Of course there are harmonies, but I deliberately left their interpretation open.” He also set few guidelines rhythmically, for example regarding specific grooves. This involved a certain risk, given that the young Brazilian drummer Rafa Müller, who lives in Hamburg, was brand-new to the band. “We didn’t really get to know each other until we started playing, and we clicked perfectly in every way,” Seifert explains, “even during rehearsals, Rafa came up with lots of great ideas for grooves.”
Seifert, on the other hand, has long admired Hayden Chisholm, who now calls Cologne home. “I first saw him when I was still a student at the university in Hanover,” he recalls, “and I was immediately captivated by his exquisitely nuanced tonality and timbres.” About a year ago, he invited the renowned saxophonist to perform at a concert in Hamburg. Quite some time earlier, Seifert had sketched out a series of pieces into which, after Chisholm agreed to participate, he specifically adapted and incorporated the saxophonist’s aesthetic. After just three days of rehearsals, the joint gig—featuring pianist Lars Duppler and drummer Rafa Müller—was such an artistic success that producing an album was simply the next logical step.
The next available recording slot at Hamburg’s Clouds Hill Studio—half a year after that very premiere—gave the band the opportunity to reflect once more on the repertoire they had developed so far. Seifert views the project named after him as a collective collaboration, but—also in his role as producer—he always has the final say. “Thanks to our shared mindset, a very creative and focused atmosphere emerged in the studio. Attentive listening and the sound of each individual musician naturally become all the more important when there isn’t much written on the sheet music.”
On average, three takes per track were enough; editing was largely avoided, and Seifert sees the result as a “snapshot,” similar to a concert. “The album feels very direct to me, and the improvisations are beautifully woven into the dramatic context,” says the self-proclaimed fan of Keith Jarrett, Pat Metheny, and ECM. Of course, the bandleader also plays a few solos, but he avoids any showy displays of virtuosity. Showing off technical dexterity for its own sake isn’t his thing at all; Seifert prefers to put the notes under a microscope and examine their substance. “It’s important to me not to play a bass solo, but rather a solo for a piece. On top of that, the electric bass is naturally better suited to melodic expression in jazz than the double bass.”
Unlike on the previous album, the tracks on *Woven Strings* hardly flirt with odd time signatures—take the track “BL,” for example, with its energetic, flowing, and impressionistic feel. And when irregular time signatures do appear—such as the 11/8 time signature in “Sound Of You”—these flirtations come across as subtle, almost unnoticeable. As a bassist, Achim Seifert appreciates sophisticated rhythms, which is why he’s also enthusiastic about Lars Duppler’s rhythmic playing. But even more central, he says, is viewing the pieces as songs—as self-contained units—and focusing on their essence. With Chisholm, Duppler, Müller, and guest trumpeter Frederik Köster on the track “AT,” Achim Seifert has ideal partners for atmospherically blending a nuanced musical language, profound and dynamic moments, and lively interactions.