Meyer - Baumgärtner - Meyer ist das neueste Projekt von der Brüder Bernhard und Peter Meyer. Gemeinsam mit
dem Shootingstar der Jazzszene Moritz Baumgärtner entwickeln die drei
Berliner Musiker einen Bandsound, der aus der Tradition zeitgenössischer
Gitarren Trios ( Gateway, Ben Monder Trio oder Carlos Bicas Azul) heraus wächst
und dabei viele Einflüsse aufsaugt. Klänge erinnern an Radiohead
oder Sigur Ros, Grooves an Björk oder Flying Lotus. Die Kompositionen
sind mal von hoher Komplexität mal von schlichter Schönheit. Dabei
tragen sie stets eine persönliche Note. So entsteht ein ganz eigener Klangkörper,
der für diese Besetzung ungewöhnlich dicht und abwechslungsreich
ist.
Obwohl dieses Projekt noch sehr jung und frisch ist, konnten die drei bereits
namhafte Freunde und Förderer gewinnen.So spielen sie in diesem Sommer auf
der Eröffnungsveranstaltung der Jazz-Baltica. Im Herbst
ihr Debüt-Album "Melt".
“Peter Meyer is an up and coming creative guitarist who merits attention.
I always
make it a point to hear his band when i can!” (Kurt Rosenwinkel)
"Manchmal ist eine ganz normale Halbakustik zu hören, die Bass und Schlagzeug als Begleiter im Schlepptau hat. Ein normales Gitarrentrio möchte man meinen. Oft aber handelt es sich eher um einen Klangteppich, dicht gewebt. So dicht, dass man die einzelnen Klangquellen nicht mehr auseinander dividieren möchte. Was ist hier Improvisation, was auskomponiert? Peter Meyer sitzt an der Gitarre, sein Bruder Bernhard bedient den Bass. Und Drummer Moritz Baumgärtner, den man streckenweise mit Fug und Recht als Perkussionisten bezeichnen kann, weil er eher Akzente einstreut, Felle und Becken nicht nur mit Sticks bedient, scheint die klassische Pacemaker-Rolle nicht zu interessieren. Er reagiert hinter seinem Schlagzeug harmonisch auf seine Mitstreiter, passt sich ein, reizt aus, schiebt an, gibt Richtungen und Bewegungen vor: Baumgärtner fühlt sich durchaus als Melodiker. So erwächst eine musikalische Symbiose aus drei gleichberechtigten Stimmen, die keineswegs nur auf Jazz reduziert werden will. "Nur der geringste TeiI dieser Soundwelten kommt aus dem Jazz", erklärt Moritz Baumgärtner. Ambient will einem einfallen, auch Indierock und elektronische Musik. Wäre es nicht so abgedroschen, würde man von Soundlandschaften sprechen. Die drei Berliner kennen sich von den Hauptstadtbühnen, spielen aber erst seit Kurzem miteinander. Improvisation wird im Trio großgeschrieben. Zupacken können die drei allerdings auch. Dann wandelt sich ihre ambivalente Klangwelt umstandslos in ein solides Rockgehäuse, in dem die Ecken und Kanten durch klare, harte, gerade Rhythmen und Themen definiert sind. Musik mit Tiefgang." Audiophiles Highlight des Monats / MUSIK ***** KLANG***** STEREO, Tilman Urbach, 10/2011
"Für Kreative aller Sparten hat Berlin seit längerer Zeit ja wieder große Anziehungskraft. Im Bereich der Musik besonders für Elektroniker und Jazzer. Das in der Hauptstadt ansässige junge Gitarren-Bass-Schlagzeug-Trio verbindet auf seinem Debüt "Melt" diese einst so diametralen Welten auf eine ungewohnte Art, bringt elektronische Sounds und Jazzimprovisation mit kraftvollem Indie-Rock schlüssig zusammen.
Zwar lassen sich immer die drei Instrumente orten, kann man deren Aktionen und Interaktionen verfolgen. Doch im komplexen Zusammenspiel lösen sich diese Einzelstimmen zu Gunsten eines intensiven, ungewöhnlichen Gesamtklanges auf. Vergleichen lässt sich diese Musik nicht, lediglich Ahnungen schwirren beim Anhören durch den Kopf, lassen in einem sich ständig verändernden Klangkaleidoskop exemplarisch Enos Melancholie, Frisells Saitenkunst, Mahavishnus Power, Rypdals Kühle und Nirvanas Unangepasstheit routieren und zusammensetzen. Dabei machen die neun Stücke nie den Eindruck. als wären sie mit dem Gedanken an bestimmte Vorbilder konstruiert, so frisch und eigenständig sind sie. Im Trio Meyer/Baumgärtner/Meyer fanden sich drei Musiker, die über das Können und den Intellekt verfügen, ihren eigenen Weg zu beschreiten - jenseits gewohnter Muster." [mai] Jazzthing, 9/2011