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   Yakou Tribe: Road Works: Release-Informationen

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VÖ: 25.04.2001
EAN/UPC: 705304995624
Traumton CD: 4453

Bands wie Slow Poke oder Sex Mob aus dem fernen New York haben uns vorgemacht, dass es möglich ist, zu einer neuen kommunikativen Intensität zu gelangen, ohne den Jazz neu zu erfinden. Lange mussten wir darauf warten, dass die urbanen Steppen Deutschlands ähnliche Phänomene hervorbringen. Jetzt ist es endlich so weit. Mit Yakou Tribe hat sich in Berlin eine Viererbande jener neuen Auffassung vom Jazz verschrieben, die der Tradition und all den Errungenschaften von Louis Armstrong bis Bill Frisell gerecht wird, aber die Erfahrung von Rock'n'Roll, Blues und all den anderen Ausdrucksformen zeitgenössischer Befindlichkeit nicht außen vor lässt.

Wir hören einen Blues. Dieser Blues ist schwer und schwül. Eine Ballade, die zugleich an Leichtigkeit und Schwere gewinnt, sich in alle Richtungen ausdehnt. Der Blues singt ein Lied vom Leben, das jeder Hörer seinen eigenen Assoziationen anpassen kann. Er lässt alles offen, springt aus dem Gleis, geht in sich und über sich hinaus. Es ist ein Großstadt-Blues und zugleich eine Insel, die Ruhe vor der alltäglichen infektiösen Hektik gewährt. Dieser Blues zieht sich durch das ganze Album mit all seinen unterschiedlichen Schattierungen, Gerüchen, Stimmungen und Timbres. Tracks, deren befruchtende Flüchtigkeit sich in der Seele wie eine Reihe kurzer Road Movies ausbreitet. Wie die oben erwähnten Bands hat auch der Yakou-Stamm jenes Geheimnis gefunden, wie man melancholische Geschichten mit Witz, Eleganz, Feuer und Neugier erzählen kann. Gefühle, die sich ihrer Gegensätzlichkeit wegen sonst im Weg stehen, bedingen einander und erzeugen einen kreativen Spannungsbogen. Sollte man die Musik des Tribes mit einem beschreibenden Begriff belegen müsen (Gott bewahre uns davor), so wäre es beschwingte Wehmut.

Yakou Tribe ist die Summe vier außergewöhnlicher Musiker-Persönlichkeiten. Alle vier wurden in den Sechzigern geboren, sind mit Led Zeppelin und den Rolling Stones aufgewachsen und haben ein Jahr nach der Jahrtausendwende alle nur denkbaren künstlerischen Metamorphosen hinter sich gebracht. Kai Brueckner gehört zu den innovativsten und ausdrucksstärksten Gitarristen der jüngeren Berliner Szene. In New York ging er durch die Hände von Lehrern wie John Abercrombie und Mike Stern, die deutliche Spuren in seinem Spiel hinterlassen haben. Mit Jerry Granellis Band UFB nahm er mehrere Alben auf und tourte durch die USA und Kanada. Saxofonist Jan von Klewitz arbeitete unter anderem in Gruppen unter der Leitung von Albert Mangelsdorff und Alexander von Schlippenbach, in Ensembles mit Bill Elgart, Michel Godard und Steve Argüelles sowie in der großartigen Crossover-Jazzband Tacabanda. Bassist Johannes Gunkel studierte erst Klavier und Geige, bevor er zum Kontrabass konvertierte. Er nahm an Workshops mit Dave Liebman teil und spielte mit Matthias Rüegg, Jim Black und John Taylor. Rainer Winch schließlich, Spezialist für filigranen Groove, spielte mit Michael Schiefel, Siggi Busch, Marc Levine, Kirk Nurrock, Felix Wahnschaffe und wirkte auf Paul Brodys CD "Tango Toy" mit.

Yakou Tribe steht nicht nur für vier Überzeugungstäter, es ist der Zusammenfluss mannigfacher Spielauffassungen zu einem breiten Strom, der sich wiederum in ein Delta aus ganz unterschiedlichen Passionen ergießt. Das Quartett ist beileibe keine Avantgarde Band, doch die ständige Suche nach avantgardistischen Motiven hat sich sowieso längst erschöpft. Im Yakou Tribe kommen alle Tugenden zusammen, die Jazz einst zur hippsten Musik des Planeten machte und vielleicht bald wieder macht. Hier vereinen sich hohes spielerisches Können, Konzentration aufs Wesentliche, ein ausgeprägtes Gruppengefühl, dem sich jeder Egotrip bedingungslos unterordnet, Lust am Fabulieren und ein feiner Sinn für Humor.

"I remember meeting Kai, as a student, who came to my N.Y City apartment many years ago.It was so long ago, that i can't remember the year (not so unusual for middle age guitar players!) I do remember, that he was very young,and could'nt play much, and was basically starting out. Well that's all changed now. Not only is he an inventive, and musical player, but a thoughtful composer as well. Six of the thirteen songs on the cd are written by him, and they have a wonderful soulful blusey feel. His good use of the dobro adds to this a great deal.
Saxophonist Jan von Klewitz's compositions are in contrast to Kai's, from western grooves, to the free Ornetteish feel of Haiku. Johannes Gunkel's 1/8 th note ballad, Serafina, is a lovely way to close this cd.
Lot's of space, and listening from all. What impresses most, is the band sound.They really do play together, and nobody is in a hurry. But you should be; to get into this music, and enjoy it as much as i have."
John Abercrombie. Somewhere in New York. June 2001

© Traumton Records, Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten

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