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   Cora Frost & Orkester: Nexte Lied: Release-Informationen

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VÖ: 01.04.2002
EAN/UPC: 705304144626
Traumton CD: 4456

Magic Cora
Ihr Himmel ist blauer als Blau und ihre Welt unbändig lebendig: Cora Frost ist die wohl schillerndste Diseuse dieser Tage. Eine, die provoziert, schnodderig ist, vor Wortgewalt und Stärke strotzt und sich nicht zu schade ist, auch mal ausgiebig in Moll zu suhlen. Chanson, absurdes Theater, Variete mit einem Schlag bayerischer Volkskomödie, Pop und Rock - die Frost probiert was geht und setzt auf Freiräume im Denken, Texten und vor allem im Leben.

Aus dem grauen Alltag klaubt die 38-jährige Wahlberlinerin ihre besten Geschichten und verpackt sie mit Sprachwitz und Verständnis für all die Kleinen und Unscheinbaren in den großen Städten: Ob Menschen in Jogginghosen, Schnäppchenjäger im Supermarkt oder zaghafte Glücksucher - Cora Frost skizziert sie in treffenden Worten und Klängen. Und schon vermeint man mit ihr durch den Kreuzberger Kiez zu ziehen, schrammt den Beton entlang, immer ihrer Stimme nach. Sieht die Gesichter und Lichter der unruhigen Stadt, lauscht der Sehnsucht nach einem anderen Leben und spürt den Trotz und das Wissen, dass es so einfach kein besseres gibt.

Nach ihrem gefeierten Liederabend "Nur für eine Nacht - Gobstop", in dem sie, gemeinsam mit dem Obdachlosentheater "Ratten 07", die Geschichte der Gangsterhelden von Odessa erzählte und gemeinsamen Auftritten mit Chico Cesar in Brasilien präsentierten Cora Frost & ORkesteR 2001 ihr Programm "Nexte Lied" mit Kompositionen von Susanne Betancor, Peer Raben, MarkScheibe und Gerd Thumser. Und wieder sind sich Kritiker und Publikum einig: "Cora Frost ist möglicherweise das Größte und Gefährlichste, was der deutschen Chansonszene zustoßen konnte", befand die "FAZ" und sogar die "Welt" entdeckte die "Sängerin, die als schnippisches Gossenbalg, Flickenprinzessin und am Leben Erkrankte ihre Geheimnisse wahrt".

Begleitet vom brillanten "ORkesteR" - Topo Daniel Gioia, Michael Joch (Percussion), Paul Brody (Trompete), Gary Schmalzl (Gitarre) und Markus Lang (Orgel und Synthesizer) - hat Cora Frost nun 14 "Nexte Lieder" auf CD gebannt. Darunter: die göttliche "Magic Doris". Herrlich saumselig beginnt die Liebeserklärung an die schönste aller Transen, die so plötzlich an der Kreuzberger Oranienstraße steht. Doris sehen und ihr verfallen sind eins. Stimme, Worte, Bilder, Rhythmen - Frost zieht alle Register bis "Magic Doris" zum poppig grellen Veitstanz der Gefühle wird. Ihm folgt ruhiges, unendliches Blau: "Mein Himmel ist vor deinem Fenster", minutenlanges ungetrübtes Glück, gar zu schön. Wenig später schon dräut schaumgebremste Ironie in niedlichem Geträller über die Nöte einfältiger Mädchen: "Schön sind immer die anderen - ich hab was besseres zu tun". Etwa der Gang zum "Supermarkt" - wo das Glück billig, billig in den Regalen liegt. Vorbei an Menschen, die nach Joghurts und Keksen grabschen, um sich damit das endlose Warten auf das wahre Leben zu versüßen. Toll. Pathetisch brandet "Bleib liegen" des Fassbinder-Komponisten Peer Raben, und brasilianisch melancholisch schimmert Dorival Caymmis Komposition "É doce morrer no mar". Dann entdeckt Cora Frost "Ljuba" im Kohlfeld, sinniert über Prostitution an der Landstraße zur Tschechei, rast in "Abbiama fatto l'amore qui auf dem Soffa" durchs Fegefeuer der Leidenschaften, um dann im Morgengrauen über Berlin dem Echo der letzten Stunden zu lauschen - "Wirf doch noch mal die goldenen Schuhe nach mir". Versonnene Minuten später erklingt die wunderschöne Ode an das Durchwaten von Stimmungstälern - "Gestern wollt ich noch sterben". Unfassbar sanft und voller Melancholie.

© Traumton Records, Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten

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