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   Fênix: Eu, Causa E Efeito: Release-Informationen

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VÖ: 21.05.2002
EAN/UPC: 705304184028
Traumton CD: 4461

"Ich, Ursache und Wirkung", ein selbstbewußter Albumtitel für ein erstaunliches Debut, mit dem der junge brasilianische Counter Tenor Fênix sich auf die Gratwanderung zwischen Tradition und Vision begibt. Kompromißlos und ungestüm, hingebungsvoll, verspielt und doch ungeheuer ernsthaft spannt er den Bogen von fast naiv anmutender Schlichtheit bis hin zu ausgefeilten musikalischen Arrangements, in denen er in einem unerschöpflich scheinenden musikalischen Fundus schwelgt. Ungewöhnlich und mutig.

Ungewöhnlich ist auch seine Geschichte. 1996 werden Publikum und Medien in Rio de Janeiro zum ersten Mal auf Fênix aufmerksam, als er im Rahmen des Musicals "Os Quatro Carreirinhas" ("Die vier kleinen Wege", unter der Regie von Wolf Maya im Teatro Café Pequeno) auf der Buhne steht. Sein auffälliges androgynes Timbre, seine Bühnenpräsenz und sein natürliches Selbsvertrauen prägen die Show. Wenig später bestätigt er diesen Eindruck mit einer Solo Performance im gleichen Theater. Seine Stimme zeigt eine Klarheit, ausgefeilte Technik und Intensität, die das Publikum verzaubert; das sorgfältig ausgewählte Repertoire ebenso wie die Interpretationen demonstrieren die frühe Reife eines Interpreten, der genau weiß, was er will. Guto Graça Mello (Produzent von u.a. Roberto Carlos, Djavan, Maria Bethânia, Joao Gilberto und Gilberto Gil) bemerkt zu diesem Zeitpunkt, dass die Zeit reif sei fur eine CD von Fênix. Aber Fênix wartet nicht auf die Entdeckung durch die Industrie, eine Vorstellungen sind klar umrissen. Er produziert sein erstes Album in Eigenregie und gewinnt Jaime Alem, den musikalischen Direktor von Maria Bethânia als Co-Produzenten. Zusammen entwickeln sie das elektro-akustische Gewand der CD (das in der Tat mehr akustisch als elektrisch ist), die Arrangements teilen sich der Ausnahme-Gitarrist Caio Cezar sowie Samuel Kardos, Paulo Rafael, der Geiger Jõao Caspar und Jaime Alem. Die Aufnahmen finden in Rio und die Mischung (Patrick Dillet) in New York statt.

"Eu, Causa e Efeito" ist ein semi-autobiographisches Album. Die Auswahl der Titel für die CD spiegeln die musikalischen Einflusse und künstlerischen Vorbilder des in Pernambuco (einem Bundesstaat im Nordosten Brasiliens) aufgewachsenen jungen Sängers. Dabei spielen die Texte für ihn eine grosse Rolle. "Die Texte reflektieren Erlebnisse und Gefühle meiner eigenen Geschichte und Entwicklung", erklärt Fênix. Kindheit und Jugend, die 70er Jahre bilden den Rahmen, so beginnt das Album mit Djavans "Serrado" (1978) und endet mit Gonzaguinhas "Com a Perna no Mundo" (1979). Die musikalischen Wurzel im Nordosten Brasiliens klingen an mit Zé Ramalhos Klassiker "Avohai" (1978) und "Flores" und "Cada Qual" des aus dem Bundesstaat Maranh‹o stammende und mittlerweile zum Star avancierte Komponisten und Musikers Zeca Baleiro. Beide Titel bestechen in ihrer Schlichtheit, kommen nur mit der kristallklaren Stimme von Fênix und den Gitarren von Jõao Gaspar aus. "Ich habe versucht mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, alle Übertreibungen zu vermeiden", sagt Fênix mit einem Augenzwinkern und spielt damit auf die Anfänge seiner Karriere an, als seine Vokalpirouetten immer wieder zu Vergleichen mit Edson Cordeiro führten. Einen der großen Vorbilder für androgyne Stimmen wie seine und die Edson Cordeiros, den Pionier Ney Matogrosso konnte Fênix dann zu seiner großen Freude als Duopartner gewinnen. Mit ihm teilt er sich den Gesangspart auf "Fim de Mundo" (Ende der Welt), einem Song von Patricia Mello, der eine Ankage gegen eine kalte, unpersönliche und ausschließlich funktionell orientierte Gesellschaft ist.

Stark beeinflußt haben Fênix auch die Zeiten, die er seit Mitte der 90er Jahre immer wieder in New York verbracht hat. Dort kommt es neben vielen musikalischen Projekten auch zur Zusammenarbeit mit dem Theater- und Opernregisseur Gerald Thomas, aus der Fênix große Anregung fur sein Auftreten auf der Buhne zieht. Zudem fasziniert ihn die Stadt, ihre Gegensätzlichkeit, Kraft und Offenheit werden für ihn zur ständigen Herausforderung. "New York ist Pop", strahlt er und man merkt deutlich, wie sehr er das genießt. So findet sich auch diese Faszination auf "Eu, Causa e Efeito" und die Gratwanderung zwischen den Welten gelingt, wie mit Peter Gabriels "Mercy Street", in einer eigenwillig kammermusikalischen Version, durch die die Effekte des Percussionisten Nana Vasconcelos wie eine traumverlorene Erinnerung wehen.
Zuletzt stellt Fênix mit "Zapping", "World" und "Sinais" einem Titel den er gemeinsam Maria Olivia schrieb, auch sein Talent als Komponist unter Beweis, das neugierig und Lust auf mehr macht.

© Traumton Records, Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten

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