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   Firomanum: Scope: Release-Informationen

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VÖ: 14.04.2006
EAN/UPC: 705304659229
Traumton CD: 4489

Firomanum: SCOPE
Eine Band ohne Leader? Ist das im Zeitalter der Schnellebigkeit überhaupt überlebensfähig? Noch dazu, wenn alle Bandmitglieder bereits in vielen erfolgreichen Projekten mitwirken?
Die Hälfte des Quartetts Firomanum lebt in Köln, die andere in Berlin. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 arbeiten die vier auf demokratischer Basis: Jeder schreibt für jeden, alle spielen für alle, zusammen sind sie Firomanum. "Warum wir immer noch so zusammen spielen? Weil wir wahnsinnig viel Spaß haben, uns zu viert zu treffen! Natürlich macht die Musik ihren Teil aus, aber eben auch das Freundschaftliche." beobachtet Bassistin Eva Kruse. Saxofonist Niels Klein empfindet die Bandstruktur ohne Leader als willkommene Ergänzung gegenüber der üblichen Rollenverteilung: "Wir Vier stehen in einem positiven Spannungsverhältnis zueinander, sowohl musikalisch als auch menschlich und es macht einfach Spaß sich damit auseinanderzusetzen." Diese Kräfteverteilung fügt sich bei Firomanum zu einem ausgewogenen Bild zusammen. In allen stecken die Funken, die der Bandname versprüht. Und sie funkeln viel versprechend. Nach ihrem erfolgreichen Debütalbum "Firomanum" im Frühjahr 2003 (schoener hoeren) legen sie nun souverän ihr zweites Album nach: SCOPE.

SCOPE: Ein Umriss, ein Rahmen, ein Spielraum, eine Perspektive. Der Begriff beschreibt die gesamte Reichweite der Firomanen.

SCOPE fegt durch die Gehörgänge. Mal ein bißchen rockig, mal melancholisch, immer geerdet, ungewöhnlich vertraut, sicher und entspannt. Kantige Linien und klare Grooves heißen den Hörer willkommen. So bahnen sich Niels Klein (Saxofone, Klarinetten), Arne Jansen (Gitarre), Eva Kruse (Bass) und Nils Tegen (Schlagzeug) den Weg ins Innere Ohr.

Arne Jansens "Go straight" zieht geradewegs hinein ins Geschehen. "The mean spider of Tandorine", eine Komposition von Eva Kruse, zählt zu den absoluten Höhepunkten des Albums. Mit stiller und hoher Dichte spinnt sich über fesselnde Minuten hinweg ein bizarres Netz an Rhythmen und Klangfarben, bis sich die Musiker darauf schillernde Wege bahnen. Eine Berg- und Talfahrt, die sich anschickt auch die hintersten Hör-Nischen zu beschallen. Nils Tegens "Firomatie" lässt keine Zweifel daran , dass die meisten der Stücke speziell für diese Band mit heisser Nadel gehäkelt wurden. In seiner treibenden Art findet es die Balance zwischen Traditionellem und wohldosierten Unvorherhörbarkeiten. Zeit für Ruhe - und für die Geräusche der näheren Umgebung: Niels Kleins Stück "Frames" entwirft ähnlich einem zeitgenössischen Tryptichon drei kühle, architektonische Klangbilder und plaziert sie nebeneinander. Die "Rahmen" werden dabei durch den Einsatz von zwei gleichzeitig gespielten Klarinetten erweitert. "Harmonic Square" von Eva Kruse zeigt sich ähnlich kubistisch sperrig. Die musikalischen Gestalten namens 'Ranterkant' und 'Zavar' entspringen der Vorstellungskraft des Schlagzeugers, Pianisten und Komponisten Nils Tegen. Immer wieder tauchen sie in seinen Werken auf - und so findet ihre Geschichte in "Zavar's neue Farben" und "Der Schnatt und Ranterkant als Herren im Zenit" eine Fortsetzung der Titel des Debütalbums.

Abwechslungsreich stellt die Formation Firomanum ihre Songs aneinander gegenüber, eine Erzählung fließt in die andere. Die vier Charaktere der Band verdichten sich zu einer gemeinsamen Geschichte. Mal konzeptionell, dann wieder frei, mal zurückhaltend und mit sprödem Jazzcharme, aber immer etwas eigen. Und die angenehm avantgardistischen Anklänge lassen stets eine gesunde Prise Humor mitschwingen. So ganz will die firomanische Musik die Gehörgänge nicht verlassen. Bereits ein erstes Hören hinterläßt Spuren - von da an will man mehr.

Schon vor dem Erscheinen des ersten Silberlings heimste das Quartett Lob ein: "Eine erfrischende Neuentdeckung bei Jazz Baltica", bemerkte der Deutschlandfunk 2002. Die Kieler Nachrichten sind angetan: "Mit einem abwechslungsreichen, streckenweise sehr progressiv tönenden und leider viel zu kurzem Konzert gab die Formation Firomanum nicht nur ein willkommenes Intermezzo, sondern auch eine beachtliche Visitenkarte ab."
Nun zücken sie ihre Karte erneut. Mit "Scope" - in all seinen Bedeutungen.

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