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   Roman Ott: Inner Shape: Release-Informationen

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VÖ: 27.04.2007
EAN/UPC: 705304449929
Traumton CD: 4499

Roman Ott - Inner Shape

So jung sind die meisten Musiker, die einem in diesen Tagen als neueste Entdeckung des jungen deutschen Jazz empfohlen werden, meist gar nicht. Roman Ott aber ist tatsächlich erst 24 Jahre alt, was man kaum glauben mag, wenn man sein Debüt-Album „Inner Shape“ hört. Hier sind vier reife Musiker am Werk, die sich tief in ihre Version des zeitgenössischen Jazz eingegraben haben. „Wir haben gespürt, dass wir alle am selben Strang ziehen,“ fasst Roman Ott das Selbstverständnis seines Quartetts in Worte.

Wie sich das anhört, zeigt der Opener „Windstärke 7“, der von einer schwebenden Pianofigur von Florian Höfner getragen wird, sich immer mehr steigert und von Chorus zu Chorus intensiver wird. Schließlich wird die Nummer ausgeblendet - eine ungewöhnliche Maßnahme. „Das war einfach der richtige Weg, den Titel zu Ende zu bringen,“ findet Roman Ott. „Wir haben beschlossen, im fade out nochmal richtig Randale zu machen.“
Roman Ott hatte schon als Kind Lust, Musik zu machen und sich zunächst erfolglos an Geige und Gitarre versucht. In der Schallplattensammlung des Vaters hat er dann Miles Davis‘ „Sketches of Spain“ entdeckt. „Da hat‘s einen Knall gegeben,“ kann Roman Ott sich noch gut erinnern. „Die Musik war so eindringlich und echt.“ Von da an sollte es ein Saxofon ein, was die Eltern nach den bisherigen Erfahrungen erst einmal angemietet haben. Doch der junge Roman hat das Instrument nicht mehr aus den Händen gegeben und angefangen, Charlie Parker, John Coltrane und Wayne Shorter zu vergöttern.
„ Ich habe einfach zu den Schallplatten mitgespielt, ohne eine Ahnung zu haben, was ich da eigentlich mache,“ lacht Roman Ott. „Manchmal hörte sich das gut an und manchmal schien es gar nicht zu passen. Da wusste ich, dass ich mich auch theoretisch in diese Musik vergraben musste.“
Ein Jahr als Austausschüler in den USA taten ein Übriges. „Da meine Gasteltern tagsüber nicht zu Hause waren, hatte ich viel Zeit zu üben,“ erinnert Ott sich. „An meiner High School gab es außerdem eine Big Band.“ Den letzten Kick gaben dann ein Chick-Corea-Konzert in Washington und ein Besuch beim legendären Jazz & Heritage Festival in New Orleans. Seitdem hat der Jazzvirus Roman Ott nicht mehr verlassen.
Bei Jamsessions im Bremer Studio auf den Höfen nehmen sich Ed Kröger und dessen Sohn, der Saxofonist Ignaz Dinné, des jungen Musikers an. „Kröger hat mir empfohlen, mich ganz in ein Stück zu versenken,“ weiß Roman Ott grinsend zu berichten. „Das war 'Blue Bossa'.“ Nicht nur die alte Kenny-Dorham-Nummer kennt er seitdem in- und auswendig.

Das Jazzstudium hat Roman Ott dann zunächst ein Jahr nach Essen geführt, bevor er in Berlin gelandet ist, wo sein Quartett durch den Schlagzeuger Peter Gall komplettiert wurde. Den Bassisten Benjamin Hiesinger und Florian Höfner hatte er schon zuvor auf Workshops kennengelernt. „Eine Zeitlang haben wir auch alle zusammen in einem Haus gewohnt, wenn auch in verschiedenen Wohnungen,“ erzählt Roman Ott. Vielleicht mit ein Grund, warum die Viererbande sich wie eine verschworene Gemeinschaft anhört.

Der lange, ruhige, kraftvolle Ton, den Roman Ott über diese Jahre einer intensiven musikalischen Entwicklung kultiviert hat, kommt im Titel „ELLEMO“ zur Geltung, der durch die exotische Perkussion von Peter Gall eine ganz besondere Färbung bekommt. In „Summer Remembered“ scheint einen Otts Saxofon förmlich zu umarmen, angetrieben von Florian Höfners insistierenden Fender Rhodes und den energetischen Drums. Die schwelgerische Ballade „Sweet Knees“ wiederum, in der die Becken wie rollende Wellen am Strand dem Hörer ins Ohr gleiten, wurde Roman Ott von der Liebe diktiert.
Alle vier Bandmitglieder tragen nicht nur als ausgefuchste Musiker zum Sound des Quartetts bei, sondern steuern auch Kompositionen bei. Vielleicht am ungewöhnlichsten ist das tänzelnd leichte „Lied vom Pinguin“, das von Benjamin Hiesinger stammt und in dem Florian Höfner am Akkordeon zu hören ist. In Peter Galls „Großstadtklänge“, das gar nicht hektisch, sondern sehr sophisticated klingt, bekommt Hiesinger dann Gelegenheit zu einem geschmackvollen Solo. Das abschließende „Leo is a funny man“ ist ein kerniger Up-Tempo-Kracher.

Und so unterschiedlich die neun Kompositionen auf „Inner Shape“ auch sind, so ist doch ein roter Faden erkennbar. Hier hat eine echte working band zusammengefunden, die sich gemeinsam die eigene Ausdruckskraft erarbeitet hat. Warum das dann trotzdem völlig anstrengungslos klingt, ist eines der Geheimnisse, das die Musik von Roman Ott in sich birgt.



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